Berlin : So werden die Berliner Forscher bei Tierversuchen überwacht

TIERVERSUCHSKOMMISSION



Jedes Forschungsvorhaben mit Tierversuchen muss in Berlin vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagesi) genehmigt werden, es sei denn, es handelt sich um gesetzlich vorgeschriebene Versuchsreihen beispielsweise im Rahmen der Zulassung von Medikamenten. Genehmigungspflichtige Forschungsprojekte werden der Tierversuchskommission beim Lagesi zur Begutachtung vorgelegt, in der Regel hält sich die Behörde an deren Empfehlung.

DIE MITGLIEDER

Die Kommission hat sieben Mitglieder. Vier bestimmt das Landesamt, diese sind derzeit alle Naturwissenschaftler; die drei weiteren werden von Tierschutzverbänden vorgeschlagen. Zu ihnen gehört auch der Veterinär und Professor für Tierschutz an der FU Berlin, Jörg Luy.

180 ANTRÄGE

2007 begutachtete die Kommission 180 Anträge, davon wurden zwei komplett abgelehnt. Häufig werden aber Auflagen oder Einschränkungen empfohlen, nachdem die Kommission die Versuchsziele- und Begründungen geprüft hat. Falls die Tierschützer ein Verbandsklagerecht erhalten, könnten sie gegen Genehmigungen vorgehen, bei denen nicht alle ethischen und wissenschaftlichen Aspekte berücksichtigt wurden – mit dem Ziel, Tötung zu vermeiden oder wenigstens zu begrenzen.

ALTERNATIVMETHODEN

Die tierversuchsfreie Arzneimittelforschung hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Hautzellen lassen sich für Experimente bereits künstlich züchten, Versuchsabläufe können im Computer simuliert werden. Die Senatsgesundheitsverwaltung und der SPD-Tierschutzexperte Daniel Buchholz streben an der FU eine Stiftungsprofessur für Alternativen zu Tierversuchen an. So soll sich die Hauptstadt der Tierversuche zum „Kompetenzzentrum für tierversuchsfreie Forschung“ wandeln. cs

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