Berlin : So wirken Anti-Schuppen- Shampoos

Paul Janositz

Normalerweise erneuert sich der oberste Teil der Haut, die Hornschicht, innerhalb von vier Wochen. Die abgestoßenen Teilchen sind eigentlich so winzig, dass sie kaum auffallen. Doch bei Menschen mit trockener Kopfhaut kann der Erneuerungsprozess besonders schnell ablaufen. Die Schuppen treten vermehrt auf – und rieseln auf Anzug oder Bluse. Das ist nicht ansteckend und deshalb in erster Linie ein kosmetisches Problem. Doch wer will schon gerne ungepflegt erscheinen? Mindestens 30 Prozent der Menschen haben hier zu Lande mit sichtbaren Kopfschuppen zu kämpfen.

Noch unangenehmer wird es, wenn Juckreiz oder Entzündungen hinzukommen. Ein Pilz namens „Pityrosporum ovale“, der auf der Kopfhaut schädliche Mikroorganismen in Schach hält, beginnt sich bei Störung des natürlichen Gleichgewichts ungehemmt zu vermehren. Die Kopfhaut wird gereizt und reagiert mit verstärkter Schuppenbildung.

Wer sich hauptsächlich ums Aussehen sorgt, ist mit den Produkten der Kosmetikindustrie gut bedient. Das hat die Untersuchung der Stiftung Warentest (6/2002) ergeben, bei der alle 14 getesteten Produkte mit gut bewertet wurden. In Anti-Schuppen-Shampoos finden sich neben waschaktiven Substanzen, den Tensiden, sowie Konservierungs- und Duftstoffen auch Wirkstoffe gegen Schuppen. Diese Anti-Pilz-Mittel wie Clotrimazol, Climbazol, Zinkpyrithion, Prioctone Olamin sowie Bifonazol, Ciclopiroxolamin oder Ketoconazol bekämpfen Mikroorganismen sowie Entzündungen und hemmen die Zellteilung.

Manche dieser durchaus wirksamen Substanzen bergen allerdings auch Gefahren, wie „Öko-Test“ im Januar berichtet hat. Von 25 getesteten Anti-Schuppen-Shampoos sind nur zwei „sehr gut“ und immerhin acht „gut“. Neun Shampoos fielen jedoch mit „ungenügend“ durch. Selbst bekannte Marken wie „Head & Shoulders Anti-Schuppen Shampoo Classic Clean“ oder „Dercap Technique Anti-Schuppen Shampoo“ aus der Apotheke enthalten laut Öko-Test bedenkliche Substanzen, so genannte Formaldehydabspalter, die als Konservierungsstoffe eingesetzt werden. Formaldehyd ist jedoch ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen kann. In neun Shampoos stecken zudem Anti-Schuppen-Verbindungen (Climbazol), die über die Haut in den Körper gelangen. Auch aggressive Laurylsulfate, die in fünf Shampoos als Schäumer eingesetzt werden, können den Zustand der schuppengeplagten Kopfhaut noch verschlechtern.

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