Berlin : So wirken Cremes gegen Falten

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Das Beispiel: Vichy Liftactiv Pro, laut Marktforscher IMS meistverkauftes Präparat seiner Art.

Dafür, dass Falten entstehen, sind Prozesse in der Lederhaut, der Dermis, verantwortlich. Sie besteht aus einem Gerüst von Kollagen- und Elastinfasern, die die Haut von innen stützen. Je älter ein Mensch wird, desto stärker werden diese Eiweißfasern abgebaut und desto weniger neue Fasern werden gebildet. Wo Stützen fehlen, senkt sich die Hautoberfläche – und Falten entstehen. Dieser Prozess setzt etwa mit 40 Jahren ein.

Vichy Liftactiv Pro enthält vier Wirkstoffe, von denen zwei den Abbau bestehender Fasern behindern und die anderen beiden den Aufbau neuer Fasern anregen sollen. Laut dem Hersteller können sowohl das aus Pilzen gewonnene Fermiskin als auch der synthetische Stoff ER 2974 bestimmte Enzyme blockieren, die Kollagen und Elastin „fressen“. Fermiskin heftet sich an Metalloproteinase, das Kollagenfasern abbaut, und schränkt dadurch die Vermehrung dieses Enzyms ein. ER 2974 klammert sich dagegen an Enzyme, die die elastischen Fasern zerstören – und legt diese zum Teil lahm.

Die anderen beiden Wirkstoffe stimulieren angeblich die Fibroblasten – Zellen in der Dermis, die die stützenden Fasern der Haut bilden können. Aminokin, das aus Sojaprotein gewonnen wird, und Cytovin, der Extrakt einer Hefekultur, sollen dabei wie körpereigene Botenstoffe wirken. Sie geben den Zellen das Signal, Kollagen und elastische Fasern zu bilden. Aber wirken Mittel wie Liftactiv Pro wirklich? Christiane Nientimp von der Stiftung Warentest sagt: „Es gibt zwar eine messbare Faltenreduzierung durch solche Cremes. Aber selbst die besten reduzieren Falten nur im Mikrometerbereich.“ Fazit: „Eine Faltenreduzierung ist nur mit guten Augen und gutem Willen erkennbar.“bj

Vichy Liftactiv Pro (50ml) kostet um 20 Euro. Andere Anti-Falten-Cremes: Nivea Visage Q10 Plus R (um 8 Euro), Garnier Ultra Lift (etwa 7 Euro) oder Laboratoire Garnier Mouson (75ml, um 5 Euro).

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