Berlin : So wirken Mittel zum Gurgeln

Björn Rosen

Beispiel: Hexoral, laut Marktforscher IMS meistverkauftes Präparat seiner Art.

Die Temperaturen fallen – und die ersten Erkältungen melden sich mit lästigem Brennen und Jucken im Hals. Dagegen helfen Mittel zum Gurgeln. Zum Beispiel Hexoral, das man aber nicht nur gegen „normale“ Erkältungshalsschmerzen verwenden kann, sondern auch gegen eine Mandelentzündung, bei Angina oder entzündetem Zahnfleisch. Sein im Labor entwickelter Wirkstoff, Hexetidin, wirkt antiseptisch: tötet also Erreger wie Bakterien, Pilze oder Viren.

Hexoral sollte zwei Mal täglich verwendet werden. Beim Gurgeln gelangt das Hexetidin tief in den Rachen und legt sich wie ein Schleier auf die Mundschleimhaut. Weil Hexetidin positiv geladen ist, kann es an die negativ geladene Oberfläche von Bakterien binden. Der Wirkstoff hat viele Mittel, einen Erreger zu schwächen. Zu den wichtigsten gehört sein Effekt auf die sogenannten Mitrochondrien in den Zellen von Bakterien. Diese erfüllen die Funktion von kleinen Kraftwerken. Sie erzeugen die Energie, ohne die keine Zelle existieren kann. Hexetidin dringt in ein Mitrochondrium ein und stört dort die Atmungskette, einen komplizierten Prozess, bei dem der Energieträger Adenosintriphosphat (ATP) „zusammengebaut“ wird. Folge: Der Zelle fehlt die lebensnotwendige Kraft. Sie stirbt – und wie sie viele andere, in denen Hexetidin die gleiche Wirkung hat. Die Bakterien, die für die Entzündung des Rachens verantwortlich sind, sterben.

Hexetidin scheint außerdem Schmerzen abschwächen zu können, wahrscheinlich wirkt es auf die freien Nervenendigungen in der Schleimhaut. Neben dem Wirkstoff besteht Hexoral vor allem aus Wasser. Zitronensäure ist für den Geschmack beigemengt. Außerdem enthält das Mittel ätherische Öle, darunter Anis und Eukalyptus. Sie sorgen für einen angenehmen Geschmack, stimulieren aber auch die Kälterezeptoren im Mund. Die Luft, die man einatmet, wird als viel kühler wahrgenommen.

Hexoral (400 ml) kostet etwa 7 Euro. Alternative: Mallebrin Lösung (50 ml), ebenfalls um 7 Euro. Oder: Lemocin Gurgellösung (200 ml, um 6 Euro).

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