Berlin : So wirken Nikotin- Pflaster

Björn Rosen

Das Beispiel: Nicotinell, laut Informationsdienstleister „IMS Health“ das meistverkaufte Nikotinpflaster in Deutschland.

Nicotinell hilft, wenn man das Rauchen aufgeben möchte. Die Pflaster entwöhnen den Körper schrittweise und eignen sich besonders für starke Raucher. Anfangs waren sie verschreibungspflichtig, heute kann sie jeder ab 18 ohne Rezept kaufen. Nicotinell verwendet man etwa zwölf Wochen lang. Dabei wird die Nikotin-Dosis langsam heruntergesetzt.

Das Nikotin in den Pflastern wird aus Tabak gewonnen und verflüssigt. Dann werden Papierstücke darin getränkt. So ein Papierstück liegt im Innern jedes Pflasters. Drumherum befindet sich eine Kunststoffschicht mit winzigen Öffnungen. Wenn das Pflaster auf der Haut klebt, wandern die Nikotin-Moleküle durch diese Lücken aus dem Papier in den Körper. Wissenschaftlich ausgedrückt spricht man von einer Osmose: Ein Stoff bewegt sich solange in einen angrenzenden Bereich bis ein Gleichgewicht zwischen außen und innen erreicht ist.

Dieses physikalisch-chemische Prinzip sorgt dafür, dass das Nikotin konstant abgegeben wird. Der Raucher muss sich den ganzen Tag nicht mehr um die Nikotin-Zufuhr kümmern. Durch die Haut gelangt es in die Blutgefäße, über die Blutbahn werden die Moleküle bis zum Gehirn transportiert. Dort bewirken sie die Ausschüttung von Stoffen, die stimulierend wirken oder die Aufmerksamkeit steigern – das Pflasternikotin hat also exakt dieselbe Wirkung wie das einer Zigarette.

Die körperliche Abhängigkeit ist übrigens schon nach rund 14 Tagen ohne Nikotin überwunden. Schwieriger ist es, die psychische Abhängigkeit in den Griff zu bekommen und mit Gewohnheiten zu brechen. Nur 20 Prozent derer, die Produkte wie Nicotinell verwenden, sind auch nach einem Jahr noch abstinent. Ohne Pflaster sollen es vier Prozent sein.

Sieben Nicotinell-Pflaster kosten 23,50 Euro. Andere Präparate: Nicorette – ebenfalls sieben Stück für 23,50 Euro.

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