Berlin : So wirkt die PDA – die Betäubung für die Geburt

Adelheid Müller-Lissner

Ihre Kinder unter Schmerzen zu gebären: Mit dieser Aussicht wurde Eva bekanntlich einst aus dem Garten Eden ausgewiesen. Wenn heutige Schwangere über Schmerzen bei der Entbindung sprechen, darüber, ob man sie erdulden sollte oder nicht, dann fällt meist schnell das Kürzel PDA. Es steht für „Periduralanästhesie“ und bezeichnet eine Form der regionalen Schmerzausschaltung.

Für die PDA werden, während die Schwangere sitzt oder auf der Seite liegt, nahe am Rückenmark, rund um die harte Rückenmarkshaut (die Dura) herum, Betäubungsmittel in die Nähe der Nervenbahnen gespritzt, die vom Rückenmark wegführen. Mit den Medikamenten, die über einen dünnen Kunststoffschlauch fließen, werden die Schmerzfasern im Bereich der Lendenwirbelsäule blockiert. Schmerzempfindungen, die normalerweise über die Nervenbahnen von der Gebärmutter und den Geburtswegen aus zum Rückenmark gelangen, werden so verringert oder ganz ausgeschaltet.

Die Schmerzen unter der Geburt werden individuell ganz unterschiedlich stark empfunden. Wenn der Schmerz zu groß ist, dann hat die PDA in der Eröffnungs- und in der Austreibungsphase der Entbindung mehrere Vorteile, und zwar für Mutter und Kind: Die Mittel können in geringer Konzentration gegeben werden und schaden damit dem Kind nicht. Das Bewusstsein der Entbindenden ist im Unterschied zu einer Vollnarkose nicht ausgeschaltet, die werdende Mutter kann weiter aktiv mitarbeiten, denn die Wehen sind als leichter Druck wahrnehmbar. Einige Frauen laufen zu Beginn der PDA sogar noch durch den Kreißsaal. Der Katheter kann, wenn es von vorneherein so geplant ist, schon früh gelegt werden. Sollte sich herausstellen, dass doch ein Kaiserschnitt nötig ist, dann kann der Anästhesist die Konzentration erhöhen. Studien haben inzwischen ergeben, dass eine Regionalanästhesie bei einer Schnittentbindung Vorteile gegenüber einer Vollnarkose hat.

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