Berlin : So wirkt Lippenpflege

Björn Rosen

Beispiel: Labello, eins der meistverkauften Produkte seiner Art.

Trockene Heizungsluft und Kälte schaden unserer Haut – und die Lippen sind davon besonders stark betroffen. Sie verlieren Flüssigkeit, werden rissig und spröde. Deshalb sollte man gerade in der kalten Jahreszeit Lippenbalsam wie Labello benutzen. Eine häufige Anwendung ist unbedenklich: Es gibt, anders, als oft vermutet, keine Hinweise darauf, dass Lippenpflegestifte süchtig machen.

Die Lippenhaut ist besonders empfindlich, weil sie im Vergleich zu Haut an anderen Körperstellen, etwa an Armen oder Beinen, so gut wie keine schützende Hornschicht besitzt. Das ist auch der Grund dafür, dass Lippen rot sind: Die Blutgefäße aus unteren Hautschichten schimmern durch den dünnen Mantel hindurch. Außerdem fehlen in den Lippen Talg- und Schweißdrüsen, die den so genannten Hydrolipidfilm produzieren, der die Haut gegen Einflüsse von außen abschirmt.

Reibt man einen Labello-Stift über die Lippen, so breitet sich ein künstlicher Fett-Öl-Film aus. Ein Stift besteht zu über 95 Prozent aus einer Kombination verschiedener Öle und Wachse, die verhindern, dass Feuchtigkeit aus der Lippenhaut nach außen entweicht. Dieses Prinzip ist altbekannt. Schon seit 1909 wird Labello in Deutschland verkauft. Bereits damals waren in den Stiften Parfüme enthalten, für einen angenehmen Duft. Es ist aber seit dieser Zeit noch eine Reihe von Wirkstoffen hinzugekommen: Lichtschutzfilter etwa. Oder Panthenol, das die Heilung wunder und rissiger Lippen beschleunigt: Der biologisch aktive Alkohol Panthenol wird im Körper in Vitamin B5 umgewandelt. Dieses Vitamin spielt – als Baustein eines Enzyms, das den Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel ankurbelt – eine große Rolle für sich ständig erneuernde Zellen, wie sie in der Haut vorkommen. Außerdem enthalten: Glycerin, das wie Panthenol ein Alkohol ist, und in der Kosmetik oft als Feuchthaltemittel verwendet wird. Glycerin-Moleküle können Wasser an sich binden und damit in der Haut halten.

Ein Labello-Stift Classic (4,8 Gramm) kostet rund 1,50 Euro. Alternativen: Carmex Lippenbalsam (7,5 Gramm in der Dose für etwa 3 Euro) oder Frei-Pflegestift (4,8 Gramm, rund 2 Euro). Allgemein gut: ein möglichst niedriger Wasseranteil. Allergiker sollten darauf achten, dass keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten sind. Gut verträglich und günstig: Vaseline (25 ml von Engelhard für 2,20 Euro).

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