Berlin : So wirkt Mückenspray

Björn Rosen

Sommerzeit ist Mückenzeit: Die Stiche der Insekten sind nicht nur lästig, sie können auch gefährlich sein, besonders in Ländern, in denen die Blutsauger Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber übertragen. Vorbeugenden Schutz bieten Mittel wie Autan. Der Wirkstoff in Autan heißt Icaridin. Er ist erst seit 1998 auf dem Markt; in den Jahrzehnten davor hatte Autan, das es schon seit 1958 gibt, einen anderen Inhaltsstoff. Icaridin stört die Wahrnehmung vieler Insekten: Mücken oder Zecken orientieren sich an Hautausdünstungen: Schweiß, Kohlendioxid und den Dunst bestimmter Pilze und Bakterien auf der Haut. Zecken haben ihre Riechorgane auf den Vorderbeinen. Mücken besitzen dagegen feine Rezeptoren am Kopf. Sie können, während sie um ein Haus fliegen, selbst die Ausdünstungen eines Mannes orten, der bei geöffnetem Fenster im Inneren sitzt.

Ohne Geruch nehmen sie ein potenzielles Opfer jedoch nicht wahr. Und genau darauf setzen Mittel wie Autan: Sie sollen natürliche Ausdünstungen abdecken und den Menschen für Insekten uninteressant machen. Jahrhundertelang behalf man sich mit Pflanzen, die eine ähnliche, aber weit schwächere Wirkung haben. Icaridin ist dagegen ein optimierter, rein synthetischer Stoff. Er wird auf die Haut aufgetragen. Dort verdunsten seine Moleküle durch die Körperwärme und erzeugen einen Duftmantel. Der Geruch, den man mit Autan verbindet, stammt aber nicht von diesem Duftmantel, sondern von Parfümstoffen, die der Hersteller zusätzlich beimischt. Auf Moskitos oder Zecken haben diese keine Wirkung.

Es ist sehr wichtig, Autan lückenlos auf die Haut aufzutragen, zum Beispiel auch hinter dem Ohr, denn Insekten können selbst kleinste ungeschützte Hautstellen erriechen. Das Mittel wirkt bis zu acht Stunden. Schweiß kann die Icaridin-Moleküle auf der Haut aber fortspülen, außerdem sollte es nicht bei Sonnenbrand verwandt werden. Als Deodorant funktioniert Autan übrigens nicht: Der Icaridin-Duftmantel schirmt nur Stoffe ab, die die Insekten riechen.

Autan (100 ml) kostet 6,98 Euro. Andere Mittel: Zanzarin (4,98 Euro) oder Nobite (50 ml für 10,75 Euro).

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