Software für Herznotfälle : Robert Harting macht Werbung für Erste-Hilfe-App

Diskuswerfer Robert Harting hat eine Freundin an Herzversagen verloren. Jetzt wirbt er für eine Erste-Hilfe-App, die im Notfall Hinweise gibt, wo in Berlin der nächste Defibrillator steht.

Bigna Fink
Harting mit Herz. Der Olympiasieger im Diskuswerfen engagiert sich für viele soziale Projekte.
Harting mit Herz. Der Olympiasieger im Diskuswerfen engagiert sich für viele soziale Projekte.Foto: dpa

Robert Harting hätte mit der App eine gute Freundin behalten können. Sie hatten oft zusammen trainiert, der Herztod der 40-Jährigen war für den Olympiasieger und mehrfachen Welt- und Europameister im Diskurswerfen ein Schock. Und es war Anlass für den in Berlin lebenden Hochleistungssportler, sich für eine neue App einzusetzen.

BERLIN SCHOCKT, so heißt diese kostenlose App für Notfälle und ist eine Initiative des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Berlin. Diesen Donnerstag hat sie Harting als Schirmherr in der Hauptfeuerwache der Berliner Feuerwehr, in der Voltairestraße 2 in Mitte, vorgestellt.

Die Software für Smartphones zeigt an, wo sich in Berlin der nächste Defibrillator befindet. 100 von ihnen sind mittlerweile im ASB-System registriert. Zum Vergleich: in Hamburg sind es schon 600. Melanie Rohrmann, Sprecherin des ASB Berlin bittet die Berliner, ihren Defribillator dem Wohlfahrtsverband zu melden, damit die App auf ein immer dichteres Netz an Erste-Herz-Hilfe-Kästen zugreifen kann. Defibrillatoren sind kleine medizinische Geräte, mit denen Laien Menschen bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen wie Herzinfarkten und Kammerflimmern helfen können.

Immer häufiger sind sie in Wandkästen auf Fluren von Universitäten, Einkaufszentren, Behörden zu sehen. Der Apparat spricht mit dem Ersthelfer und gibt ihm einfache Anweisungen: „Notruf ansetzen, Patienten entkleiden, Elektroden ansetzen, Herzdruckmassagen durchführen...“ In Notfällen hätten viele Menschen Angst, überhaupt etwas zu tun, meint Diskurswerfer Harting, der gleich wieder zum Training muss. Die App und der Laiendefibrillator helfen, „die Einstiegsbarriere von Erster Hilfe zu verringern“. Außerdem ortet die App den aktuellen Standort, setzt einen Notruf ab und gibt Erste-Hilfe-Anweisungen. „Es gibt zwar keine App gegen den Tod, aber diese hier kann Leben retten“, sagt Robert Harting.

Mehr Details und die Registrierung von Defibrillatoren unter www.berlin-schockt.de

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