Berlin : Solaranlage soll Lärmschutz verbessern An der A 10 könnte bald

Strom erzeugt werden

Thomas Lähns

Michendorf - Mit 90 000 Fahrzeugen pro Tag ist sie die meistbefahrende Strecke Deutschlands: Die A 10 zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal. Der neun Kilometer lange Abschnitt des südlichen Berliner Ringes soll in den nächsten drei Jahren von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Im Zuge dieses Ausbaus ist jetzt ein Lärmschutzprojekt in Gang gekommen, das deutschlandweit Beachtung finden könnte: Auf Anregung einer örtlichen Bürgerinitiative sollen Schallschutzwände mit Aufsätzen aus Photovoltaik-Anlagen versehen werden. Dadurch soll der Lärmpegel in Michendorf sinken und das Projekt gleichzeitig für Investoren attraktiv werden.

„Wir stehen hier am Anfang eines milliardenschweren Marktes“, sagt Rainer Bomba (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, am Montag in Potsdam. Wenn der „solare Lärmschutz“ in Michendorf funktioniert, würden Investoren bald auch in anderen Bundesländern Schlange stehen. Im Zuge des Atomausstieges gewinne dieses Konzept an Bedeutung, so Bomba. Auch für den Ausbau der Elektromobilität sei die Stromgewinnung direkt an der Autobahn sinnvoll.

Für die Umsetzung des Pilotprojektes an der A 10 bei Michendorf hätten sich bereits 34 potenzielle Investoren gemeldet, hieß es im Landesverkehrsministeriums. Mit einigen von ihnen arbeite man zurzeit an einem Entwurf, der noch in diesem Monat vorgelegt werden soll, wie die für den A 10-Ausbau verantwortliche Deges GmbH erklärte. Geplant ist der Bau der solaren Lärmschutzwände auf insgesamt 5500 Metern in der Ortslage Michendorf. Östlich davon soll ein 1500 Meter langer Wall zusätzlich mit einer Photovoltaik-Anlage bestückt werden. Mit der geplanten Leistung von 7,5 Megawatt könnte eine ganze Kleinstadt mit Energie versorgt werden, hieß es. Den finanziellen Aufwand dieses Vorhabens bezifferte das Verkehrsministerium auf mehr als 20 Millionen Euro. Die Investition rechne sich für den Betreiber aber nach 25 Jahren. Thomas Lähns

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