Berlin : Soldaten helfen im Fußball-Stadion

WM 2006: Katastrophenschützer erläutern Pläne und fordern Entscheidung über Orte für Fanpartys

Jörn Hasselmann

Bei der Fußballweltmeisterschaft werden 200 Bundeswehr-Soldaten die Rettungskräfte im Olympiastadion unterstützen. Sie sollen hauptsächlich zum Tragen der Bahren mit Verletzten eingesetzt werden. Dies kündigte der WM-Beauftragte der Feuerwehr, Detlev Peters, gestern beim Katastrophenschutz-Forum der Berliner Sicherheitsbehörden an. Zugleich forderten Experten dort eine schnelle Entscheidung über die Orte der Fanpartys.

Zu den Vorgaben der Fifa gehört die Forderung, dass im Notfall zwei Prozent der Stadionbesucher medizinisch versorgt werden können – also 1600 Personen. Alleine 1000 Rettungskräfte werden an den sechs Berliner Spieltagen am Olympiastadion eingesetzt. Zur Vorbereitung des Großereignisses hat die Feuerwehr ihre Personalplanung noch einmal um 90 Mann aufgestockt. An Spieltagen sollen 845 Mann im Einsatz sein, weitere 303 Mann können nachalarmiert werden. Die 100 Rettungswagen werden um 30 verstärkt. Bei Feuerwehr und Polizei gilt eine Urlaubssperre und Dienstfrei-Sperre. Die Polizei will auf diesem Wege ihre normale Stärke um 22 Prozent erhöhen, das entspricht etwa 3000 Polizisten.

Der Leiter des WM-Stabes bei der Innenverwaltung, Polizeioberrat Dirk Würger, mahnte knapp neun Monate vor der WM schnellere Entscheidungen über die Veranstaltungsorte an. So sei noch nicht einmal der Ort der großen „farewell“-Party nach dem Finale geklärt. Zudem sei unter anderem noch offen, ob zusätzlich auch die Straße des 17. Juni als Fanmeile genutzt werden soll.

Wie berichtet, hatte sich das Land Berlin entschieden, den Fanpark im Spreebogen aufzubauen – gegen den Widerstand der Polizei. „Wir müssen sehen, wie wir mit dem Gelände klar kommen“, sagte Würger. Durch die Höhenunterschiede von bis zu 5,5 Metern, Betonmauern und Stahlbrücken gilt das hügelige Gelände als ungeeignet. Aus Polizeisicht sei es zudem problematisch, dass es an mehreren Orten Übertragungen der Spiele auf Leinwände geben werde. „Bei gutem Wetter wird da eine ganze Menge Alkohol getrunken“ – und die Kontrollmöglichkeiten seien geringer als im Stadion.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben