Berlin : Soldatin mit sechs Jahren Senait Mehari erzählte aus ihrer Autobiografie

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Kofferkind wurde sie gerufen: die Berliner Sängerin Senait Mehari. Sie war das Kind einer außerehelichen Affäre, geboren vor 30 Jahren in Eritrea. Die Mutter hatte das Baby kurz nach der Geburt in einen Koffer eingeschlossen und sich davongemacht. Zum Glück hatte eine Nachbarin etwas mitbekommen und die Polizei geholt – die Senait aus dem Koffer befreite. Das Mädchen kam in Heime, zu den Großeltern, schließlich zum Vater. Doch der konnte sie und die Geschwister bald nicht mehr ernähren. Er brachte sie in ein Camp der Rebellen, die für die Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien kämpften. Senait wurde Soldatin, sie war sechs.

Heute lebt sie in Berlin. Ihre Erlebnisse hat sie aufgeschrieben. Unter dem Titel „Feuerherz“ ist ihre Autobiografie vor wenigen Tagen im DroemerVerlag erschienen – jetzt erzählte sie Schülern der Carl-Zeiss-Oberschule in Lichtenrade, wie sie sich durchs Leben schlug. Die waren beeindruckt. „So ein Leben kann ich mir gar nicht vorstellen“, meinte Sabine. „Ich wär zusammengebrochen“, vermutete Christina.

Senait Mehari will etwas erreichen, sich nicht unterkriegen lassen. „Ich bin eine Kämpferin“, sagt sie. „Das habe ich von meinem Vater.“ Dem gelang es später, nach Hamburg zu kommen und sie nachzuholen. Da war sie elf. Hass auf ihn habe sie nicht; „Hass nimmt dir nur Zeit“, sagt Senait Mehari. „Mit dem, was mein Vater getan hat, muss er selbst klarkommen.“ Für Senait Mehari ist die Vergangenheit mit diesem Buch erledigt. „Ich möchte jetzt die Chance bekommen, Sängerin zu sein.“chr

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