Berlin : Soli-Pflicht

Andreas Conrad

Hilf dir selbst, so hilft dir Gott“, trösteten sich unsere Altvorderen in aussichtsloser Lage. Heute darf man den Glauben, ein höheres Wesen könnte Berlins Finanzprobleme lösen, als nicht allzu weit verbreitet ansehen. Immerhin, es bleibt die Aufforderung, aktiv zu werden. Erste Schritte gibt es schon. Soeben baut die Initiative für Interaktive Demokratie ihre Internetseite www.1-eurofuer-berlin.de auf, um auf diese Weise patriotische Berliner zum Spenden zu animieren. Diese Möglichkeit gab es freilich schon immer; neue Wege sind gefragt. Vielleicht die Ausgabe von Sammelbüchsen an alle Einheimischen, um beim Aufenthalt außerhalb der Landesgrenzen um freiwillige Soli-Gaben zu bitten. Kommt zu wenig zusammen, folgen energischere Schritte, etwa die Ausgabe von kostenpflichtigen Berlin-Plaketten an alle auswärtigen Autofahrer in der Stadt, ohne die ihr Wagen automatisch eingezogen und verscherbelt wird – zugunsten Berlins.

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