Berlin : Solo für eine Präsidentenfrau

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Gedeckte Tische wirken auf Männer wie Magneten. Zur Eröffnung der Ausstellung „Europa bittet zu Tisch“, in der die zehn neuen EULänder besonders festliche Beispiele ihrer alten Tafelkultur präsentieren, hatte der Berliner Diplomatenclub „Willkommen in Berlin“ in der ungarischen Botschaft besonders viele Botschafter zu Gast. Normalerweise organisiert der Club Kulturprogramme für die Ehepartner von Diplomaten. Trotzdem stand eine Frau besonders im Mittelpunkt: Eva Köhler , die Frau des Bundespräsidenten, wählte diesen Rahmen für ihren ersten größeren Solo-Auftritt.

Der Tisch der gastgebenden Ungarn wurde beispielsweise mit seinem festlichen Herend Porzellan, Muster „Festival der Beeren“, besonders bewundert. Bei den Tschechen glänzten die böhmischen Kristallgläser, Zypern gab sich mit einem historischen Geschirr familiär, wohingegen die Slowenen mit ihrem Staatsporzellan formell auftraten. Für Estland hatte der Künstler Georg Bogatkin eigens für diese Ausstellung ein modernes Keramikgeschirr entworfen. In den Schaufenstern der Botschaft Unter den Linden Ecke Wilhelmstraße ist die Schau bis zum 2. September zu sehen.

Die Frau des ungarischen Botschafters Judit Peisch und Christa Mörstedt-Jauer vom Diplomatenclub wurden als Initiatorinnen gefeiert. Botschafter Sandor Peisch betonte, dass die EU eben nicht nur aus Bürokratie besteht, sondern dass es sich dabei um eine Familie von Menschen handele, die es verdienen, sich von den Stürmen des Alltags an gedeckten Tafeln auch mal auszuruhen. Clubpräsidentin Annemarie Ziefer erinnerte unter zustimmendem Gelächter daran, dass es gerade für Diplomaten auch Arbeit bedeutet, einen Teil ihrer Zeit an gedeckten Tischen zu verbringen. Während Eva Köhler sich zwischen den gedeckten Tischen mit den Botschafterfrauen unterhielt, hatten sich viele Gäste schon aufgemacht zum Büfett, wo es zypriotische Oliventaschen gab, polnische Martinshörnchen und „Struppige Nockerln“ aus der Slowakei. Bi

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