Berlin : Sommer in Berlin: Schmoren mit "Fabiola"

C v. L

"Eiskeller ist ein Wärmeloch", sagte Tanja Lamprecht vom Wetterdienst Meteofax. Sie bestätigte gestern wieder einmal, dass Namen Schall und Rauch sind. Das Laubengelände an der Nordwestecke Spandaus war nicht zum ersten Mal der heißeste Ort der Stadt. Sommerlich heiter und freundlich, mehr oder weniger bewölkt und knapp unterhalb der 30-Grad-Grenze soll es bis Sonntag weitergehen. Ohne Gewähr, aber mit großer Wahrscheinlichkeit. Nordsee-Hoch "Fabiola" bringt die Stadt ins Schwitzen, die Blaualgen zum Blühen, versetzt die Hersteller von Mineralwasser und Säften in Festlaune und Eisverkäufer erst recht. Aber die Pflanzenwelt muss dursten. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung warnte gestern vor der erhöhten Waldbrandgefahr. In den letzten Wochen seien bei acht Bränden rund 4000 Quadratmeter Wald vernichtet worden. "Lager- und Grillfeuer sind nicht nur im Wald, sondern auch an allen Stranden und Gewässerufern in Waldnähe verboten", schreibt die Behörde. Zum Thema Link: Offizielle Infos zu Blaualgen in Berliner Badegewässern Nach dem Waldgesetz drohen Bußgelder bis 100 000 Mark. Der 16. Juli war der letzte Tag, an dem die Meteorologen messbaren Niederschlag registriert haben. Das Strandbad Wannsee wurde an diesem kühlen und grauen Tag von nur zwei hartgesottenen Gästen besucht, sie durften umsonst baden. Jetzt schwitzt Berlin wieder. Gestern waren es rund 4000 zahlende Besucher, und die Stimmung bei den Bäderbetrieben ist viel besser geworden. Wer die Temperaturen verträgt, darf sich wie im Süden fühlen. Manchmal trifft das auch im negativen Sinne zu. "Sommer, Sonne - Hundeleid", mahnte gestern der Tierschutzverein: Hundehalter sollten ihre Tiere nicht im abgestellten Auto "braten" lassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben