Berlin : Sommer-Plage: Die Wespe

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Es ist der Horror jeden Sommers: Bekannte Flugobjekte sprengen deutsche Kaffeekränzchen. Panik und Entsetzen. Pupillen weiten sich, Arme quirlen durch die Luft, Füße sind auf dem Sprung. Kein Wunder. Denn die schwarz-gelbe Gefahr macht keine Gefangenen. Angestachelt fliegt die Wespe Angriff um Angriff auf Schwarzwälderkirsch und Schweineohr. Doch die Menschheit schlägt zurück: mit der Zeitung. Warum dieser Hass?

Dabei sind sich Mensch und Wespe doch recht ähnlich. Beide müssen früh raus, schuften den ganzen Tag, stopfen eine Menge hungriger Mäuler, haben ihre Vorgesetzten zu betüddeln. Sie eint eine hohe Anpassungsfähigkeit. Fast überall wo Mensch, da ist auch Wespe. Die gemeinsame Liebe zu den süßen Dingen des Lebens macht Homo sapiens und Paravespula vulgaris zu Nahrungskonkurrenten. Auf Bienenstich fliegen beide. Was tun? Der Klügere gibt nach, rät der Insektenkundler, und meint damit den Menschen. Dieser verhalte sich ruhig und solle bedenken, dass die Wespe nie aus Lust den Stachel zückt, sondern nur, wenn sie sich bedrängt fühlt. Schon gar nicht dürfe man Hand ans Wespenheim legen, sondern einen Kammerjäger holen. Damit die Wespe nicht das letzte Plunderstück auf dem Kaffeetisch plündert, kann man ein Schälchen mit Nelkenöl, Zitronenöl oder eine mit Gewürznelken gespickte Zitrone aufstellen. Duftschwaden halten Geschwader fern - manchmal. Das Einfachste ist wohl, auf den September zu warten. Dann stirbt das Wespenvolk - Kommando Schwarzgelb hat lebenslänglich abgebrummt.

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