Berlin : Sommer-Plagen: Der Blattlaus-Kleber

I.B.

Die Windschutzscheibe ist blind, der Lack mit einer klebrigen Schicht besudelt. Pech für den Autofahrer. Er hat unter einer Linde geparkt. Zoologen nennen das, was da als feiner Nieselregen aus dem Baum tropft, mit euphemistischer Gewandtheit Honigtau. De facto aber handelt es sich um ganz ordinäre Ausscheidungen der Blattlaus. Die stechen im Sommer bevorzugt Lindenblätter an, weil deren Saft besonders viel nahrhaften Zucker enthält. Und schlürfen das Zuckerwasser so hastig und in großen Mengen, dass die Verdauung der kleinen Tierchen nicht mehr hinterherkommt. Deshalb scheiden Blattläuse das zuckerige Fastfood fast unverarbeitet massenweise wieder aus. "Es enthält unter anderem Saccharose, Mannit, Traubenzucker, den Gerbstoff Gummi und Schleim", erklärt Brigitte Zimmer vom Berliner Botanischen Garten. Wegen des hohen Zuckergehaltes sei die Substanz "leicht mit Wasser abzuwaschen. Wenn sie in der Sonne eingetrocknet ist, muss man sie etwas einweichen". Zimmers Ratschlag: "Am besten unter Bäumen parken, die weniger stark von Blattlauskolonien bewohnt sind."

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