• Sommerbad, adieu: Schwimmsaison endete bei strahlendem Sonnenschein - vor fünf Jahren

Sommerbad, adieu : Schwimmsaison endete bei strahlendem Sonnenschein - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren mit mehr als einer Million Gäste allein im Juli sollte es eigentlich ein Rekordsommer für die Berliner Freibäder werden. Doch der August verregnete den Bäder-Betrieben ordentlich die Bilanz.Was Sidney Gennies darüber schrieb.

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Letzte Rutschpartie: 26 Grad Wassertemperatur, und doch wagten sich am Insulaner in Steglitz nur wenige Badegäste ins Becken.
Letzte Rutschpartie: 26 Grad Wassertemperatur, und doch wagten sich am Insulaner in Steglitz nur wenige Badegäste ins Becken.Foto: Uwe Schwarze

Wegen des schlechten Wetters öffneten vier Hallenbäder vorzeitig. Am Sonntag endete nun offiziell die Draußen-Saison. Drei Freibäder sollen aber weiter geöffnet bleiben.

Im Insulaner-Bad in Steglitz zieht die 16-jährige Nele auf dem Rücken schwimmend ihre Bahnen. Trotz 26 Grad Wassertemperatur und strahlenden Sonnenscheins hat sie dort vor allen Dingen eines: jede Menge Platz. Keine zehn Gäste befinden sich im Becken. Am Rand sitzt Schwimmmeister Peter Heinrich in Trainingshose und Pullover. Wehmütig denkt er an den Juli dieses Jahres zurück, als hier noch bis zu 8000 Gäste täglich ins Wasser hüpften. Da habe es wenigstens noch etwas zu tun gegeben. Und dann kam der August: „In 40 Jahren habe ich so etwas noch nicht erlebt“, sagt er.

Laut Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), brach die Besucherzahl um ganze 800 000 ein. Auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) kann man sich nur an wenige vergleichbar regnerische Spätsommer erinnern. Seit Beginn der Aufzeichnung der Sonnenscheindauer 1951 sei lediglich der August 2006 noch trüber gewesen.

Auch wenn Bäder-Vorstand Klaus Lipinsky deswegen von einem „durchwachsenen Sommer“ spricht, zeigen sich die Bäderbetriebe mit der Bilanz zufrieden. 4,1 Millionen Gäste haben die kommunalen Bäder seit Januar bereits besucht, 200 000 mehr als im Vorjahr. Wohl auch, weil Berlin im bundesweiten Vergleich das beste Wetter erwischt hat. Dem DWD zufolge war die Stadt mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 Grad der wärmste Ort im Sommer 2010. Für den September sehen die Wetterdaten allerdings nicht so rosig aus. Für Berlin und Brandenburg sagt der 15-Tage-Trend des DWD Temperaturen um die 18 Grad voraus. Für Hartgesottene bleiben trotzdem zunächst die Freibäder Seestraße und Wuhlheide bis zum 12. September geöffnet. Als letztes Bad schließt am 26. September planmäßig das Kreuzberger Prinzenbad.

Als Ersatz sind vorzeitig die Hallenbäder Tiergarten, die Schwimmhalle Fischerinsel in Mitte und das Stadtbad Neukölln in Betrieb genommen worden. Ab dem heutigen Montag sollen 16 weitere Hallenbäder dazukommen. Der Rest folgt bis Ende Oktober. Lediglich das Stadtbad Schöneberg und das Kombibad in Spandau bleiben wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Während derweil im Nichtschwimmerbereich des Insulaner-Bades drei kleine Mädchen noch ein letztes Mal die Wasserrutsche hinuntersausen, genießt Nele die letzten Sonnenstrahlen auf dem Sprungturm. Ihre persönliche Freibadsaison beendet sie mit einem beherzten Sprung vom Fünf-Meter-Brett und einem ordentlichen Platscher. Sidney Gennies

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren"

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