Sommersaison : DLRG: Schulkinder sind zu schlechte Schwimmer

Tausende Helfer passen an den Badeseen auf. Oft müssen sie Leben retten - 23 allein in Berlin. Hier schlägt der Chef Alarm.

Claus-Dieter Steyer
Stets im Einsatz: die DLRG.
Stets im Einsatz: die DLRG.Foto: dpa

Fast ein Viertel aller Grundschulen in Deutschland kann keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil es schlicht an Möglichkeiten dafür fehlt. Für den Präsidenten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Hubert Hatje, hat das direkte Folgen für die Sicherheit beim Baden. „Jeder zweite Schüler der 4. Klasse ist kein sicherer Schwimmer mehr“, sagte er am Mittwoch in Berlin. Erst vor einigen Tagen hatten wir über die Zustände in Berlin-Neukölln berichtet.

Deshalb verwundert es kaum, dass die Zahl der von der DLRG vor dem Ertrinken geretteten Personen weiter ansteigt. Im Vorjahr waren es immerhin 773 Personen und damit 87 mehr als 2013. In 109 Einsätzen hätten die Mitglieder sogar ihr eigenes Leben riskiert, um die Opfer lebend an Land zu bringen, teilte Hatje mit. Die Bilanz der Wasserrettungsorganisation weist zudem 6665 Hilfeleistungen für Wassersportler und weit über 33.000 Erste-Hilfe-Einsätze aus.

Viel Arbeit vor allem im Juli

„Vor allem der Monat Juli hat die Rettungseinsätze besonders an der Küste in die Höhe schnellen lassen. Leichtsinn, Selbstüberschätzung oder Unkenntnis über die Gewässer waren die häufigsten Ursachen“, meinte der Präsident.

Die Lebensretter von der DLRG
Stets im Einsatz: die DLRG.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: dpa
17.10.2013 11:18Stets im Einsatz: die DLRG.

Der Berliner Landesverband zählt derzeit rund 10.000 Mitglieder und Förderer. Ein großer Teil der ehrenamtlichen Mitglieder sei unter 27 Jahren, teilte der Technische Leiter Udo Rosentreter mit. Sie besetzten 26 Wasserrettungsstationen und 42 Motorrettungsboote. Allein in Berlin rettete die DLRG im Vorjahr 23 Menschen aus Lebensgefahr, davon bewahrten sie sieben Personen vor dem sicheren Tod durch Ertrinken. Jährlich habe der Landesverband technische Kosten in Höhe von 650 000 Euro zu bezahlen. Davon werde nur ein Sechstel durch öffentliche Zuschüsse gedeckt. Deshalb sei der Verband nach wie vor auf Spenden angewiesen.

Der Brandenburger Landesverband rettete im vergangenen Jahr 76 Menschen vor dem Ertrinken. In 1400 Fällen wurde Erste Hilfe geleistet. 561 Einsatzkräfte waren insgesamt über 18 400 Stunden auf Beobachtungstürmen und in Bädern im Einsatz gewesen.

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