Sommerspiele in Berlin : Olympisches Dorf gefährdet Hightechpark am Flughafen Tegel

5000 Wohnungen für das olympische Dorf? Der Bezirk Reinickendorf warnt: Das bedroht den geplanten Hightechpark, der auf dem Areal des Flughafens Tegel entstehen soll.

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Luftbild von Tegel, dem geplanten Olympiaquartier im Norden Berlins.
Luftbild von Tegel, dem geplanten Olympiaquartier im Norden Berlins.Foto: Tegel Projekt

Abstimmung und gute Vorbereitung geht anders. Der Senat hat seine Pläne für den Bau des olympischen Dorfes im Norden und Osten vom Flughafen Tegel nicht mit dem Bezirk Reinickendorf abgesprochen. Im Gegenteil, Baustadtrat Martin Lambert (CDU) erfuhr davon aus dem Tagesspiegel und sagt: „Vor einer Woche hatte der zuständige Staatssekretär Lütke Daldrup versichert, dass maximal 1000 Wohnungen auf dem Airport-Gelände entstehen“.

Doch nach den neuesten Plänen sollen südlich des Kurt-Schumacher-Platzes stattdessen fünf Mal so viele Wohnungen für das olympische Dorf gebaut werden. Sollte es wirklich so kommen, hält Lambert nach dem Ende der Spiele und dem Einzug der 10.000 Bewohner im neuen Quartier „Nutzungskonflikte“ mit den Gewerbefirmen auf der ebenfalls im Areal geplanten „Urban Tech Republic“ für programmiert, „und dabei ziehen erfahrungsgemäß immer die Firmen den Kürzeren“.

Lambert sitzt als Vertreter des Bezirks selbst in allen Gremien, die über die Nachnutzung des Areals entscheiden, wo der Flugbetrieb vermutlich im Jahr 2017 eingestellt wird. Der geplante Hightech-Park sei „für Berlin und Reinickendorf ein Gewinn“. Zahlreiche Arbeitsplätze und eine erhebliche Wertschöpfung entstünden dort. „Das darf nicht gefährdet werden“, sagt Lambert.

Zwar werde auf dem Flughafenareal „keine Kohle verheizt, um Stahl zu schmelzen“, so der Baustadtrat weiter. Aber der Lieferverkehr und auch Schwertransporte müssten rund um die Uhr und auch mal am Wochenende rollen. Ganz ohne Lärm kämen auch die Produktionsstätten auf dem Areal nicht aus.

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Beide Projekte könnten sich befruchten

Aber bei Beschwerden von neuen Anwohnern sei – wie die Erfahrung aus ähnlichen Fällen gezeigt habe – mit Auflagen der Gerichte zu rechnen. Dies schränke die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen vor Ort ein. Dies dürfe nicht hingenommen werden, zumal die Vorbereitungen für den Bau der „Urban Tech Republic“, wie der Forschungs- und Produktionsstandort für Technologiefirmen und Start-ups genannt wird, auf bestem Wege seien.

Philipp Bouteiller, Chef der für die Nachnutzung zuständigen Tegel Projekt, sagte auf Anfrage: „Es muss ein respektabler Abstand zwischen Wohnen und Industrie bestehen, denn wo die beiden Nutzungen vor Gericht aufeinanderprallen, zieht immer die Industrie den Kürzeren“. Die bisher vorliegende „grobe Konzeptstudie“ zeige nur, dass die für das olympische Dorf erforderlichen Wohnungen tatsächlich auf dem Areal untergebracht werden könnten.

Dass die Urban Tech Republic nicht durch den Bau der neuen Siedlung beeinträchtigt werden darf, bleibe „die oberste Prämisse, die alle unterschrieben haben“. Sollte sich jedoch die Bevölkerung für Olympia entscheiden und Berlin den Zuschlag erhalten, sei dies eine große Chance für die Stadt und beide Projekte könnten sich sehr befruchten, glaubt Bouteiller.

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