Berlin : Sommerstau: Kaum Stillstand auf der Stadtautobahn - aber auf der Heerstraße

Jörn Hasselmann

Der Superstau blieb aus. Die Sperrungen des Flughafentunnels und der Verbindungskurve zwischen der A 111 und der A 100 behinderten den Verkehr nur im Berufsverkehr am Morgen. Nur eine der drei Baustellen, an denen gestern auf der A 111 die Arbeit begann, wirkte sich wirklich aus.

Auf dem Kurt-Schumacher-Damm ging es morgens schleppend vorwärts, berichtete die Polizei. Es gab vor der Ausfahrt Heckerdamm Richtung Süden einen kurzen Stau bis zum Saatwinkler Damm. "Im Endeffekt war es aber wie immer", sagte ein Beamter des Verkehrswarndienstes der Polizei. Der angekündigte Dauerstau blieb aus. Schon am Vormittag habe sich der dichte Verkehr "verflüchtigt". Da die beiden Sperrungen auf der A 111 nur in südlicher Richtung gelten, sei nur der stadteinwärts fließende Verkehr morgens betroffen. Auch im Stadtgebiet sei der Verkehr tagsüber gerollt wie immer.

Ob die Stadt wegen der Ferien einfach leerer sei, vermag die Polizei nicht zu sagen. "Dazu bräuchten wir Kameras in der Stadt." Statt auf der A 111 und am Jakob-Kaiser-Platz gab es aber lange Staus auf der Heerstraße stadteinwärts. Die Busse der BVG fuhren dort zwischen 7 und 9 Uhr früh eine halbe Stunde Verspätung ein, hieß es in der Zentralen Leitstelle. Offensichtlich hätten viele Autofahrer aus dem Norden Brandenburgs die Heerstraße statt der A 111 für die Fahrt nach Berlin gewählt. Dort staute es sich noch am Nachmittag von der Wilhelmstraße bis zur Stadtgrenze.

Wegen der Baustelle zwischen Gatower Straße und Pichelsdorfer Straße mit der Einengung auf zwei Spuren sei die Heerstraße aber ohnehin keine gute Alternative, um nach Berlin hineinzufahren, hieß es bei der Polizei. Bis Mitte November wird dort in beiden Richtungen gebaut; es gibt nur zwei Spuren pro Richtung. Besonders Busse der Linien 134, 149 und X34 und X49 hätten im Autostau gestanden.

Auf dem Kurt-Schumacher-Damm hatten die Busse maximal eine Viertelstunde Verspätung. Auch der X9 vom Flughafen Tegel in die City habe nur wenig Probleme gehabt. Selbst am vorher als besonders stauträchtig angekündigten Nadelöhr Siemensdamm rollte es. Dort müssen Autofahrer, die der Umleitung U 1 für die gesperrte Auffahrt von der A 111 auf die A 100 folgen, eine 180-Grad-Wende am Siemensdamm machen. Über den Mittelstreifen des Siemensdamms wurde vor der Kreuzung Nikolaus-Groß-Weg/Letterhausweg eine provisorische Überfahrt eingerichtet. Diese ist wegen der engen Kurve für Laster gesperrt.

Sattelschlepper und Laster haben schon Mühe, auf der Kreuzung zu wenden, um dann über die Auffahrt Siemensdamm auf die A 100 zurückzukehren. Gestern regelte die Polizei dort per Hand den Verkehr, denn es war vergessen worden, Abbiegeverbotsschilder aufzustellen. Vom Nikolaus-Groß-Weg und vom Letterhausweg darf während der A 111-Bauarbeiten nur nach rechts in den Siemensdamm abgebogen werden.

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