Sonderfahrplan : Alle fünf Minuten zum Derby

S-Bahn und BVG haben sich für den Massenansturm am Sonnabend zum Fußballspiel im Olympiastadion vorbereitet. Die S-Bahn will vorübergehend zum alten Fünf-Minuten-Takt zurückkehren.

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Union-Fans und Hertha-Anhänger bilden eigene Kurven im Stadion. Bei der An- und Abreise werden sie dagegen gemeinsam auf S-Bahn oder BVG angewiesen sein.
Union-Fans und Hertha-Anhänger bilden eigene Kurven im Stadion. Bei der An- und Abreise werden sie dagegen gemeinsam auf S-Bahn...Foto: picture-alliance/ dpa

Rund 75 000 Zuschauer wollen am Sonnabend um 13 Uhr das Derby in der Zweiten Fußball-Bundesliga zwischen dem Tabellenführer Hertha BSC und dem abstiegsgefährdeten FC Union aus Köpenick im Olympiastadion sehen. Und nach Spielschluss gegen 14.45 Uhr schnell nach Hause oder – je nach Stimmung – auch in die Kneipe fahren. Da es am Stadion kaum Parkplätze gibt, sind die meisten Fans auf die BVG und die S-Bahn angewiesen. Beide haben sich auf den Massenansturm vorbereitet.

Die S-Bahn will es trotz ihrer Krise und dem Winterfahrplan mit seinen zahlreichen Einschränkungen schaffen, vor Beginn und nach dem Ende des Spiels alle fünf Minuten zu fahren. Zwischen 10 und 13 Uhr sowie von 15 Uhr bis gegen 16.30 Uhr soll der Fünf-Minuten-Takt gelten. Dies sei trotz des Wagenmangels möglich, ohne den Betrieb woanders einschränken zu müssen, heißt es bei der S-Bahn. Die Stadion-Züge sollen auch mit acht Wagen fahren – der maximal möglichen Zahl. Da es fünf Bahnsteige am S-Bahnhof Olympiastadion gibt, können rechnerisch bis zu 40 000 Menschen pro Stunde abfahren. Dann müssten die Züge aber dicht hintereinander starten. Zu den Olympischen Spielen 1936 verließ alle 90 Sekunden ein Zug den Bahnhof. Im Fünf-Minuten-Verkehr wird es daher länger dauern, bis alle Fans den Bahnhof verlassen haben.

Erste Umsteigestation ist der Bahnhof Westkreuz mit Anschluss zu den Zügen der Ringbahn. Auf dem Ring werden sie auch am Sonnabend wohl nur alle zehn Minuten fahren, so dass es im Bahnhof Wartezeiten – und Gedränge – geben kann.

Der S-Bahn war es bereits zur Grünen Woche gelungen, den Verkehr zum Messegelände zu verstärken. Hier hatte sich die Nachfrage allerdings verteilt, weil viele Besucher bereits vor dem Schließen der Tore die Hallen verlassen hatten. Nach dem Ende des Fußballspiels wird sich der Andrang dagegen konzentrieren.

Seit der Wiederinbetriebnahme des Bahnhofs 1998/99 übernimmt die S-Bahn wieder die Hauptlast des Verkehrs zum und vom Olympiastadion. Vor allem die Union-Fans werden die umsteigefreie Verbindung aus Köpenick nutzen.

Die BVG kann mit den Zügen der U-Bahn dagegen nur etwa halb so viele Fahrgäste in der Stunde aufnehmen wie die S-Bahn. In die Züge passen weniger Fahrgäste; zudem gibt es im Bahnhof nur zwei Bahnsteige. Und während der S-Bahnhof durch großzügige Treppenanlagen erschlossen wird, gibt es bei der U-Bahn nur einen Zugang, ergänzt durch einen Aufzug pro Bahnsteig. Welches Angebot die BVG für das Fußballspiel macht, wollte Unternehmenssprecher Klaus Wazlak am Dienstag noch nicht sagen. Dem Vernehmen nach werden auch bei der U-Bahn die Züge alle fünf Minuten fahren; laut Fahrplan würden sie nur alle zehn Minuten eintreffen. Der Fünf-Minuten-Takt ist relativ einfach möglich, weil dazu nur die sonst am Theodor-Heuss-Platz endenden Züge der U 2 bis zum Stadion verlängert werden müssen. Fest steht nach Wazlaks Angaben aber immerhin schon, dass die Buslinie M 49 ( Heerstraße–Zoologischer Garten) bei der An- und Abreise der Fans um elf Wagen verstärkt wird.

Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling hatte vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 vorgeschlagen, am Olympiastadion auch einen Haltepunkt für Regionalbahnen zu bauen. Dies hatte der Senat abgelehnt.

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