Sonderöffnungen im Einzelhandel : Am Sonntag dürfen alle Berliner Läden verkaufen

Zum Jahresende hin häufen sich die Sonderöffnungszeiten: Wie schon vor zwei Wochen dürfen am Sonntag alle Berliner Läden aufmachen. Bis Jahresende folgen zwei weitere Termine – und der Handelsverband hält eine weitere Liberalisierung der Öffnungszeiten für möglich.

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Tag der offenen Ladentüren. Am 3. November dürfen alle Berliner Geschäfte aufmachen.
Tag der offenen Ladentüren. Am 3. November dürfen alle Berliner Geschäfte aufmachen.Foto: dpa

Zwei Wochen nach dem Sonntagsverkauf zum „Festival of Lights“ dürfen alle Berliner Läden am Sonntag aus Anlass des Jazzfestes Berlin erneut aufmachen. Die meisten beteiligten Geschäfte öffnen bis 18 Uhr.

Dazu gehören das KaDeWe, die Warenhäuser von Kaufhof und Karstadt (am Ku’damm verkauft Karstadt bis 19 Uhr und in Steglitz bis 20 Uhr), die Galeries Lafayette, das Kulturkaufhaus Dussmann, Shoppingcenter, Möbelhäuser und viele Supermärkte. Die längsten Öffnungszeiten unter den Centern haben die Wilmersdorfer Arcaden (bis 20 Uhr) und Potsdamer-Platz-Arkaden (bis 19 Uhr).

Eine Übersicht bietet der Handelsverband unter www.hbb-ev.de.

Händler hoffen auf viele Touristen und frühe Geschenkekäufer

Der Zeitpunkt wurde nicht allein wegen des Jazzfestes gewählt – Händler rechnen aus weiteren Gründen mit guten Umsätzen. Erfahrungsgemäß verbringen einige Touristen aus den östlichen Bundesländern, die am Donnerstag wegen des Reformationstags frei hatten, oder aus fünf westlichen Bundesländern, wo am Freitag Allerheiligen gefeiert wurde, ein langes Wochenende in Berlin. Außerdem werden schon Weihnachtsgeschenke gekauft, auch wenn das Weihnachtsgeschäft offiziell noch nicht begonnen hat.

Berlin liegt bei den Öffnungszeiten vorne

Am 8. und 22. Dezember folgen weitere verkaufsoffene Sonntage. Jährlich legt der Senat in Absprache mit dem Handelsverband, den Gewerkschaften und anderen Beteiligten acht Sonntage fest, an denen verkauft werden darf. Darüber hinaus können Händler aus besonderem Anlass wie Firmenjubiläen oder Straßenfesten zwei weitere Termine individuell beantragen.

Werktags darf rund um die Uhr verkauft werden. Berlin hat deutschlandweit die liberalsten Regelungen, in anderen Bundesländern gibt es jährlich drei bis vier verkaufsoffene Sonntage.

Aus Sicht des Handelsverbands geht noch mehr

Jahrelang durften Berliner Händler ihre Kunden an allen vier Adventssonntagen bedienen, doch 2009 gab das Bundesverfassungsgericht einer Klage der Kirchen dagegen statt.

Trotzdem sei bei den Sonntagsöffnungen „das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht“, heißt es vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Der Verband habe ein Gutachten erstellen lassen, wonach „die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft sind“, sagt Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. Darüber spreche man jetzt mit Landespolitikern.

Soeben war Busch-Petersen zu Besuch in Polen und besuchte zum wiederholten Mal die Geburtstätte der jüdischen Kaufhausdynastie Tietz, die Kleinstadt Międzychód (früher: Birnbaum an der Warthe).

Bei dieser Gelegenheit wies der Lobbyist darauf hin, dass in dem Nachbarland prinzipiell an jedem Sonntag verkauft werden dürfe. An bestimmten Feiertagen müssen dort zwar Läden mit Angestellten schließen, inhabergeführte Geschäfte aber nicht.


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