Berlin : Sonderurlaub für BVG Kurz nach Einführung des neuen Liniennetzes gibt’s

für 400 Mitarbeiter einen freien Tag als Belohnung

Klaus Kurpjuweit

Die BVG zeigt sich großzügig – zumindest gegenüber ihren Mitarbeitern. Wenige Tage nach der aus Sicht des Unternehmens erfolgreichen Einführung ihres neuen Linienkonzepts „BVG 2005 plus“ gewährte das Unternehmen zunächst den rund 400 Mitarbeitern des Marketingbereichs einen Tag Sonderurlaub. Hinter den Kulissen gibt es nach Tagesspiegel-Informationen Pläne, den Sonderurlaub auf alle Beschäftigte auszudehnen. Am neuen Linienkonzept seien schließlich auch andere Mitarbeiter beteiligt gewesen.

Offiziell dementiert die BVG, dass es den Sonderurlaub wegen des neuen Liniennetzes gebe. Er sei vielmehr eine Belohnung für die Arbeit der Marketing-Mitarbeiter, die dazu geführt habe, dass die Einnahmen in diesem Jahr über Plan gestiegen sind, sagte Marketing-Direktor Tom Reinhold. Damit sei der Negativtrend bei der Entwicklung der Fahrgeldeinnahmen „endgültig“ gebrochen worden.

Die Fahrgeldeinnahmen steigen in diesem Jahr voraussichtlich auf 453,5 Millionen Euro. Das seien 12,5 Millionen Euro mehr als geplant. Gründe seien die leicht gestiegenen Fahrgastzahlen, die Tariferhöhungen vom April, der mit der S-Bahn abgeschlossene Einnahmeaufteilungsvertrag, von dem die BVG profitiert, der vorgeschriebene Vordereinstieg bei den Bussen sowie „gezielte Verkaufsoffensiven“.

Der „dickste Brocken“ sei aber die Einführung des neuen Verkehrskonzepts „BVG 2005 plus“ gewesen, dessen Start im Wesentlichen reibungslos verlaufen sei, auch wenn es „an der einen oder anderen Stelle“ Informationsdefizite gegeben habe. Den Mangel gibt es bis heute. Selbst BVG-Mitarbeiter im Kundendienst haben keinen aktuellen Atlas mit den neuen Streckenverläufen erhalten. Bisher überwiege die Kritik am neuen Netz, sagte Reinhold. Damit habe man aber gerechnet. Mitte Januar gebe es eine erste Auswertungsrunde. In einzelnen Fällen habe man bereits reagiert und vor allem im Schülerverkehr zusätzliche Busse eingesetzt.

Bitte senden Sie uns Ihr Lob und Ihre Kritik zum neuen Liniennetz per E-mail an berlin@tagesspiegel.de.

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