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Sonderzug zum Bahnhof Schönefeld : 90 Flüchtlinge wurden bereits in Leipzig verteilt

Mit fast dreistündiger Verspätung ist am Mittwochmittag ein weiterer Sonderzug mit Flüchtlingen in Schönefeld angekommen. 150 Flüchtlinge wurden erwartet - 63 stiegen aus.

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Angekommen. Bereits am Dienstag traf ein Sonderzug mit Flüchtlingen in Schönefeld ein.
Angekommen. Bereits am Dienstag traf ein Sonderzug mit Flüchtlingen in Schönefeld ein.Foto: dpa

Erneut schien auf einer Sonderzugfahrt von Bayern zum Bahnhof Schönefeld in Brandenburg eine größere Menge von Flüchtlingen abhanden gekommen zu sein - bis sich am Mittwochabend herausstellte, dass die Flüchtlinge offenbar bereits in Leipzig verteilt worden waren.

Nach Angaben des Innenministeriums Brandenburg waren 150 Personen in dem Zug erwartet worden. Sie sollten in Potsdam untergebracht werden. Beim Durchzählen am Bahnsteig stellte sich heraus: Nur 63 Flüchtlinge hatten es bis nach Schönefeld geschafft.

Der Zug sollte am Mittwochvormittag um 9.30 Uhr in Schönefeld ankommen. In den frühen Morgenstunden waren in Freilassing in Bayern nach Angaben des Innenministeriums 400 Flüchtlinge in den Zug gestiegen. 250 Flüchtlinge sollten in Leipzig aussteigen und weiterverteilt werden; die restlichen 150 Flüchtlinge waren demnach für Potsdam bestimmt.

Busse warteten am falschen Bahnhof in Leipzig

Nach Auskunft des sächsischen Innenministeriums stand der Sonderzug am Mittwochmorgen für vier Stunden in Leipzig im Messebahnhof. Demnach gab es Probleme beim Weitertransport; die Busse warteten am Hauptbahnhof auf die Flüchtlinge. Rund 100 Flüchtlinge seien dann nach Sachsen-Anhalt gebracht worden, 85 nach Thüringen und 150 nach Chemnitz in Sachsen. Der Rest - laut sächsischem Innenministerium 40 bis 60 Personen - sei weiter nach Schönefeld gefahren.

Sachsen verteilt - Brandenburg wartet

Offenbar wusste man in Brandenburg nichts von dieser Umverteilung. Während in Schönefeld noch mit 150 Flüchtlingen gerechnet wurde, waren die Flüchtlinge in Leipzig schon verteilt worden. "Wir arbeiten zur Zeit sehr kurzfristig, das ist alles nicht langfristig planbar", kommentierte ein Sprecher der Innenministeriums Brandenburg den Vorfall. Der Sprecher zeigte sich erleichtert, dass Brandenburgs Helfer nun eine kurze "Verschnaufpause" bekämen. "Hauptsache ist, das alle Flüchtlinge ein Bett haben", so der Sprecher.

Wie berichtet, war bei einer ähnlichen Fahrt am Dienstag mehrfach die Notbremse gezogen worden. Etwa 140 von 550 Flüchtlinge hatten den Zug verlassen. Nach Angaben des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt wurden 71 Flüchtlinge in der Nähe der Bahnstrecke von der Polizei aufgegriffen. Sie wurden in die Erstaufnahmestelle Halberstadt gebracht.

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