Berlin : Sonnabends schulfrei

sve/flei

Eine weitere Bastion des Sonnabend-Unterrichts ist gefallen. Das jesuitische Canisius-Kolleg hat beschlossen, vom kommenden Schuljahr an auf den sechsten Unterrichtstag zu verzichten. Bisher wurde noch an jedem zweiten Wochenende sonnabends unterrichtet. Ausschlaggebend war das Votum der Lehrer. Schüler und Eltern wollten den Sonnabend beibehalten. Damit gibt es wohl nur noch am Goethe-Gymnasium und am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster den zusätzlichen Unterrichtstag.

Am Canisius-Kolleg hatten einige Lehrer bereits vor mehreren Monaten beantragt, das Wochenende ganz vom Unterricht frei zu halten. Rektor Pater Klaus Mertes hatte daraufhin alle Eltern, Lehrer und Schüler dazu befragen lassen. Es sprachen sich 61 Prozent der Lehrer, aber nur 35,6 Prozent der Eltern für eine Neuregelung aus. Bei den Schülern war das Ergebnis dagegen knapper: 353 wollten den Sonabend beibehalten, 316 nicht.

Dass Pater Mertes letzlich zugunsten der Lehrermehrheit entschied, begründet er in einem Brief an die Eltern mit seiner "Verantwortung als Arbeitgeber und im Interesse einer möglichst hohen Identifikation des Kollegiums mit den Arbeitsbedingungen an der Schule". Zugleich gibt er zu, dass vor allem die jüngeren Schüler "den pädagogischen Preis zahlen", da sie künftig an mehreren Tagen sieben Stunden in der Schule sein müssen, um die fehlenden Sonnabend-Stunden auszugleichen. Als Erleichterung soll die Cafetria stärker auf den Mittagsbetrieb umgestellt werden. Außerdem wird geprüft, ob die Stundentafel der Unter- und Mittelstufe gekürzt werden kann.

Am Goethe-Gymnasium und am Gymnasium zum Grauen Kloster wird nicht über die Abschaffung des Sonnabend-Unterrichts diskutiert. Im Grauen Kloster wird auf das Pflichtfach Religion verwiesen und auf die 3. und 4. Fremdsprache, die an nur fünf Tagen schwer unterzubringen wären.

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