Berlin : Sonne! Endlich?

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VON TAG ZU TAG

David Ensikat wünscht sich ein Sportcabrio und eine Sonnenterrasse. Die helfen, den Frühling zu entzaubern.

Spatz, bitte!

Was Spatz bitte? Ich mach doch schon.

Guck doch mal auf die Uhr. Guck doch mal raus! Die Sonne! Der Himmel!

Ja toll, ich hab’ das vorhin schon gesagt. Ich wollte gleich raus auf die Terrasse, da frühstücken.

Ach nö, jetzt fang nicht wieder damit an.

Nein, nein. Doch, doch. Wer hat denn seinen Kram da immer noch nicht weggeräumt? Ich sag’s seit Wochen: Mach die Terrasse frei, es wird bald wieder schön, da wollen wir’s uns draußen wieder schön machen. Aber Missjöh glaubt ja nicht an den Frühling. Nicht im März.

Spatz, bitte!

Ist doch wahr!

Ja, hast ja recht. Aber dann lass uns jetzt losfahren. Lange bleibt’s nicht so schön.

Jetzt warte doch. Ich such doch nur das Tuch. Das gelbe Tuch. Das ist so… so… Wo ist denn das Ding?

Jetzt nimm doch das rote. Das ist hier!

In deinem hellblauen Cabrio ein hellrotes Tuch. Wo lebst du denn? Das ist auch viel zu dünn. Da hol’ ich mir wieder was an den Ohren.

Mensch, guck doch raus, es ist so warm!

Ja, und du rast wieder so. Ist doch immer so. Am ersten Tag, an dem du das Verdeck aufmachst, rast du wie ein Blöder.

Spatz, bitte!

Ist doch so. Und dann zieht’s wie bescheuert. Ich weiß sowieso nicht, ob das jetzt so gut ist mit deiner Grippe. Die ist grade weg, und da wollen wir mit dem Offenen raus?

Aber guck doch mal raus. Die Sonne…

Vielleicht sollten wir doch lieber ins Café?

Ins Café? Jetzt noch? Ist doch alles besetzt. Wenn ich nur dran denke, wie die sich da breit machen. Besetzen die besten Plätze um neun und bleiben da bis fünf. Krieg ich gleich so’n Hals. Nö komm, wozu haben wir denn den Wagen?

Wir? Wo ist nur das gelbe Ding? Wir haben den Wagen? Wann lässt du mich denn mal ans Steuer?

Spatz, bitte! Die Sonne! Bald ist sie weg.

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