Sonne im Herzen : Frühsommer in Berlin, endlich!

Die Berliner genießen die Sonne bei 28 Grad. Und kommen plötzlich im Freien zueinander. Diese Stadt findet eben in der Hitze zu sich. Nun mal los, Leute. Heizung und Stubenhocken ist wieder Ende September.

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Turtelnde Tauben im blühenden Kirschbaum. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Berliner Frühlingseindrücke an leserbilder@tagesspiegel.de. Foto: Denise SchellackWeitere Bilder anzeigen
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07.05.2015 10:10Turtelnde Tauben im blühenden Kirschbaum. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Berliner Frühlingseindrücke an...

Bitte, wenn die Klimamahner und Sonnenschutzfaktorbefürworter mal einen Moment ruhig sein könnten? Das ist jetzt der Moment, auf den wir ein ganzes Weilchen gewartet haben, und den lassen wir uns nicht zerreden. Der Winter war mild, na gut, das Frühjahr soweit ganz nett – aber immer nur heiter bis wolkig, das ist nicht wirklich Berlin. Ja, man könnte sich sogar auf den Standpunkt stellen, dass diese seltsame Stadt nur ganz zu sich selbst findet und in ihrer Einzigartigkeit erkennbar wird, wenn sie entweder von einem graukaltnassen November fertiggemacht wird oder eben in der prallen, trockenen Hitze schmoren darf, die uns in diesen Tagen beglückt. Frühsommer!

Am Dienstag war die Übergabe. Morgens noch nur vage Verheißung, die leichte Jacke musste mit bei allen, die früh im Büro sein mussten, man weiß ja nie. Dann aber flogen mit den Wolken auch die Zweifel beiseite, und wer das Glück hatte, am Vormittag durch nachtigallenen Wald zu radeln, der hatte seine Glückszahl gezogen. Die hieß am Dienstag: 28, in Grad. Und es soll in den kommenden Tagen noch heißer werden.

Ist alles nur noch Caffé Latte an der Spree?

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Arbeitsproduktivität bei solchem Anprall guten Wetters sinkt, denn es gibt ja in der Touristenmetropole nun einmal die Pflicht, mit gutem Beispiel voran in den Biergärten und Straßencafés Platz zu nehmen. Gibt es die Berliner Weiße eigentlich noch, richtig mit Schuss aus der Sirupflasche? Traut sich noch jemand, den alten Kellnerrefrain zu singen: „Draußen nur Kännchen“? Oder ist alles nur noch Caffé Latte an der Spree? 

Frühlingsbilder aus Berlin
Turtelnde Tauben im blühenden Kirschbaum. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Berliner Frühlingseindrücke an leserbilder@tagesspiegel.de. Foto: Denise SchellackWeitere Bilder anzeigen
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07.05.2015 10:10Turtelnde Tauben im blühenden Kirschbaum. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Berliner Frühlingseindrücke an...

Gut, durch die Sonne werden sich auch Schattenseiten zeigen. Trekkingsandalen mit Ökosocken, ausgebleichte Arschgeweihe und offene Fettpolster aller Art werden sich ausbreiten wie Sonnenöl auf dem Wannseewasser ... Moment, das Strandbad? Längst offen! 15 Grad, nun ja, der Wels braucht 17 Grad zur Reproduktion, aber der Mensch, wenn er nur schwimmen will, sollte damit zurechtkommen. Zumal, wenn die Luft draußen fast doppelt so warm ist. Wenigstens mal den großen Zeh reinstippen. 

Nun mal los, Leute. Heizung und Stubenhocken ist wieder Ende September, jetzt raus, genießen. Oder wenigstens im Büro alle Fenster aufreißen. Fliegen die ollen Akten halt weg, na und?

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