Berlin : Sonntag werden 100 000 Teilnehmer am Liebknecht-Grab erwartet

vr

Wie in den vergangenen Jahren werden sich am Sonntag wieder bis zu Hunderttausend Teilnehmer zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin-Friedrichsfelde versammeln. Mit einer Feier will die PDS an die Ermordung der beiden deutschen Arbeiterführer erinnern. Zur Kranzniederlegung von neun bis 13 Uhr auf dem Gelände der Gedenkstätte der Sozialisten kommen neben vielen anderen aus der Partei auch PDS-Chef Lothar Bisky und Gregor Gysi, der Vorsitzende der PDS-Bundestagsfraktion, sagte eine PDS-Sprecherin.

Am U-Bahnhof Frankfurter Tor beginnt um zehn Uhr eine Luxemburg-Liebknecht-Demonstration, die nach Friedrichsfelde führt. Verschiedene linke und antifaschistische Gruppen und PDS-Mitglieder treffen sich, um gemeinsam zur Gedenkstätte zu ziehen. Während zu der Gedenkfeier mehr als 100 000 Menschen kommen sollen, rechnet die Polizei mit Zehntausenden, die an der Demo teilnehmen. Zu der Kundgebung ruft das "Bündnis zur Vorbereitung der Demonstration im Rahmen der Ehrung" auf.

Die Sozialistenführer Luxemburg und Liebknecht waren am 15. Januar 1919 in Berlin von Soldaten des Freikorps ermordet worden. Im vergangenen Jahr war es zu Ausschreitungen am Rande gekommen. Die Polizei nahm knapp 40 Demonstranten fest.

Heute will die PDS um 19.30 Uhr im Roten Laden in Friedrichshain schon einmal über Rosa Luxemburg diskutieren: Es geht um ihr Denkmal, das schon länger zu einem Zankapfel geworden ist. Während es Überlegungen gab, auch auf dem Rosa-Luxemburg-Platz ein solches zu bauen, gibt es schon ein Mahnmal am Franz-Mehring-Platz in Friedrichshain. "Es ist gut, dort noch ein Denkmal zu haben, aber eine Variante steht schon hier", meint Siegfried Wege, Mitglied im Bezirksvorstand der PDS in Friedrichshain. Den Platz ziert nicht nur eine Plastik der ermordeten Sozialistin, sondern auch zwei Reliefs von Karl Liebknecht und der Haushälterin Luxemburgs. Die Künstler selbst, Ingeborg Hunzinger und Rolf Biebl, wollen bei der PDS Friedrichshain über das Thema sprechen.

Bei der Berliner Polizei und bei Tageszeitungen ging gestern ein mehrseitiges Schreiben ein, in dem der Autor ankündigt, am Sonntag gegen die Gedenkfeier protestieren zu wollen. Der Mann, der offenbar Schwierigkeiten mit seinem Vermieter hatte und in der DDR verfolgt wurde, fühlt sich von der PDS ungerecht behandelt und zu wenig unterstützt. Die Polizei sagte auf Anfrage, sie werde entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit das Gedenken ungestört bleibe.

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