SONNTAGS um zehn : Beten an Bord

Berliner Stadtmission feiert einen Schiffsgottesdienst auf der Spree

Barbara Schneider

Obwohl die „Spreeblick III“ vertäut am Anleger liegt, schaukelt das Schiff leicht auf dem Wasser. Bis das Boot zu seiner nächsten Rundfahrt aufbricht, ist noch Zeit: Erst einmal feiert die Berliner Stadtmission an diesem Sonntag einen Gottesdienst auf dem Panoramaschiff. Rund 80 zumeist ältere Frauen und Männer haben sich unter Deck zu dem Gottesdienst versammelt. Ein Tisch mit einem schlichten Holzkreuz und zwei Kerzen dient als Altar. Dahinter steht Pfarrer Ernst-Otto Menn, der erst einmal auf den erhöhten Wasserstand der Spree hinweist: „Es ist gut, dass wir hier feiern können, bevor das Wasser über die Ufer tritt.“

Bald schon wird es ernst auf dem Passagierschiff. „Je näher sich Menschen sind, desto mehr können sie sich verletzen“, sagt der Pfarrer. „Jeder weiß, was Schuld ist, dafür braucht man kein Christ zu sein, sondern es reicht, verheiratet zu sein oder Kinder zu haben.“ Dem Pfarrer geht es um Vergebung zwischen den Menschen. Während der Pfarrer in seiner Predigt lebenspraktische Tipps gibt, ziehen immer wieder Ausflugsschiffe und Wassertaxen vorbei. Der Gottesdienst auf dem Schiff erregt Aufmerksamkeit: Manch ein vorbeikommender Bootstourist guckt neugierig, andere schauen irritiert angesichts der Gebete und Gesänge, die durch die geöffneten Panoramafenster nach draußen dringen. Nach einer Dreiviertelstunde ist der Gottesdienst vorbei. Viele Besucher bleiben an Bord, um zu einer Rundfahrt auf der Spree aufzubrechen. Barbara Schneider

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