SONNTAGS um zehn : Erholung bei Gott finden

In der Charlottenburger Trinitatiskirche gab es Urlaubsgefühl

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„Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne“, wie sie Paul Gerhardt in einem Kirchenlied besingt, schien gestern nicht. Graue Regenschleier hüllten stattdessen die evangelische Trinitatiskirche auf dem Karl-August-Platz ein. Im hellen Kirchenschiff aber besangen etwa drei Dutzend Kirchgänger die Sonne trotzdem, und am Altar schien sie sogar. Denn ein Arrangement aus Sonnenschirm, Gartenstuhl, Tischchen und Sonnenblumen verbeitete Sommer- und Urlaubsgefühl. Genau darum ging es der Pfarrerin auch, denn in ihrer Predigt wollte sie zum Nachdenken über Ferien und notwendige Pausen anregen. Ein wichtiges Thema nannte Marlies Schultke die Balance zwischen Gefordertsein im Job und nötigen Pausen, mache doch zuviel Arbeit die Menschen kaputt. Fragen unseres Lebens nannte sie deshalb die nach dem Sinn von Tun und Lassen. Mal auszusteigen, nach dem Motto: „Ich bin dann mal weg“, sei aber nicht jedem vergönnt. Immer mehr Menschen fehle das Geld dazu. Und arbeitslos zu sein, bedeute ja auch nicht Freiheit.

Wo und wie sollen wir also die Pause machen, die wir wie Vitamine für Körper und Seele zum Aufatmen brauchen, fragte die Pfarrerin und fand die Antwort bei Gott. „Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten sollst du ruhen“, heißt es in der Bibel. Der Feiertag aber sei mit Gottesdienst verbunden, gibt dieser doch Gelegenheit zum Auftanken. Der Körper ruht aus, die Seele erhält Nahrung. „Eine Stunde können wir die Beine baumeln lassen in Gottes Gegenwart und mit ihm reden wie mit einem guten Freund“, sagte Marlies Schultke. Ein größeres Erholungsangebot könne es nicht geben, denn nur Gott wisse, was wir brauchen, hieß es in der Predigt, die mit dem Wunsch einer gesegneten Zeit endete. hema

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