SONNTAGS um zehn : Gottes neue Freunde

Eine kindgerechte Tauffeier in Niederschönhausen.

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„Lasset die Kinder zu mir kommen!“: So sprach Jesus im Markus-Evangelium zu seinen Jüngern. Wie das aussehen kann, erlebten die Besucher der Friedenskirche am Niederschönhausener Ossietzkyplatz am Sonntag in ihrem Gottesdienst: Fast 50 Mädchen und Jungen im Grundschulalter waren zusammen mit ihren Eltern in das neoromanische, vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. selbst entworfene Gotteshaus gekommen.

Denn Pfarrer Karsten Minkner und die Katechetin der Gemeinde, Petra Handtrag-Ristow, feierten einen kindgerechten Gottesdienst, in dem sich alles um die Taufe drehte: In einem kleinen Theaterstück erzählten Kinder aus der Christenlehre die biblische Geschichte vom „Finanzminister“, dem Kämmerer aus Äthiopien, der auf der Suche nach Gott ist, nach Jerusalem reist und sich schließlich von Philippus taufen lässt. „Es ist doch erstaunlich, dass da einer ist, der so neugierig auf Gott ist, dass er sogar eine lange Reise macht“, sagte Minkner. Doch der Kämmerer aus Äthiopien habe gemerkt, dass man die Freundschaft Gottes nicht kaufen könne. Der Glaube an Christus sei der Schlüssel dazu, und als Zeichen dafür habe sich der „Finanzminister“ taufen lassen. „Wenn wir morgen auf den Spielplatz gehen und da ganz viele Leute sind, dann sieht man es nicht, dass wir getauft sind“, sagte Minkner. „Aber du, der du getauft bist, du weißt es, und deine Eltern und Paten wissen es: Mit der Taufe gehörst du zu den Freunden von Gott.“

Und dann bekam Gott auch ein paar neue Freunde: Drei Kinder und eine Erwachsene ließen sich gestern von Minkner taufen. Der große Bruder eines Mädchens füllte das Taufwasser in das Taufbecken, andere Kinder schmückten es mit Blumen. Auch das Fürbittengebet sprach Minkner zusammen mit einigen Kindern aus der Christenlehre, und am Ausgang der Kirche erhielt jeder junge Gottesdienstbesucher eine Brotbox mit aufgedrucktem Segensspruch. Denn für die Gemeinde ist die Familienfreundlichkeit Programm: In ihrem Gemeindehaus in der Marthastraße will die Kirchengemeinde ein „Haus der Familie“, ein Mehrgenerationenhaus mit angeschlossener Kindertagesstätte, einrichten. Nach dem Gottesdienst saßen die Gemeindemitglieder noch lange in einem Ideencafé zusammen, um sich über die Pläne dafür auszutauschen. Benjamin Lassiwe

Die Gemeinde im Internet:

www.friedenskirche-

niederschoenhausen.de

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