SONNTAGS um zehn : Jeden Tag eine gute Tat

Die Baptistengemeinde Weißensee hat die Pfadfinder im Gottesdienst zu Gast

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Ein Zelt aus schwarzen Plastikplanen und hölzernen Stangen stand am Sonntag vor dem Altar der Baptistenkirche in der Friesickestraße in Weißensee. Gebaut hatten es die Pfadfinder: Jungen und Mädchen in grünen Hemden und mit bunten Halstüchern, die sich regelmäßig in der Gemeinde treffen.

Gestern standen sie im Mittelpunkt des Familiengottesdienstes, den die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde unter dem Motto „Eine gute Tat ist besser als 100 gute Vorsätze“ feierte: Ein Pfadfinder spielte mit den anwesenden Kindern an einer großen Tafel das alte „Galgenmännchen“-Spiel, und ließ sie das Motto der Jugendbewegung „Jeden Tag eine gute Tat“ erraten. Eine Pfadfindergruppe führte ein Theaterstück vor, eine andere las den Besuchern das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter vor, während auf einer großen Videoleinwand Fotos zu sehen waren, auf denen die Kinder die Geschichte mit Playmobilfiguren nachspielten.

Und immer ging es um die gute Tat – auch in der Predigt von Pastor Thorsten Milkowski. Locker und lässig lehnte er an einem Plastik-Bistrotisch – „ganz so einfach ist es damit ja nicht“. Zunächst müsse man ja sehen, dass ein anderer Mensch Hilfe benötige. Um das zu illustrieren, zeigte er den Gottesdienstbesuchern einen kurzen Film: Zwei Studentengruppen spielen Basketball. Und die Gemeinde sollte zählen, wie viele Ballkontakte eine Gruppe hatte. Die meisten in der Kirche zählten fünfzehn – doch als während des Films ein als Gorilla verkleideter Mann durchs Bild lief, bemerkten es die wenigsten. „Wir nehmen nur das in den Blick, wofür wir uns wirklich interessieren“, sagte der Pastor. „Doch wer mittwochs zu unserer Laib- und Seele-Ausgabestelle kommt, kriegt eine Ahnung davon, wie viele Menschen auch hier bei uns in Weißensee am Boden liegen.“

Mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter habe Jesus die Menschen aufgefordert, sich um ihren Nächsten zu kümmern. „Es hilft nicht, fromm zu sein, wenn ich an einem Menschen in Not vorbeilaufe“, sagte der Pastor. „Jesus ist bei denen, die in Not sind, bei den Geringsten.“ Und dann forderte der Geistliche seine Gemeinde zu guten Taten auf: Denn vor allem „im Kleinen zeigt sich, ob man den anderen wirklich wertschätzt“ – und eine gute Tat sei nun einmal besser als 100 gute Vorsätze. Benjamin Lassiwe

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