• SONNTAGS um zehn: Nach 60 Jahren zurück in der Schule Beim Jubiläum in der Johanneskirche

SONNTAGS um zehn : Nach 60 Jahren zurück in der Schule Beim Jubiläum in der Johanneskirche

feierte Bischof Wolfgang Huber mit

Benjamin Lassiwe

Das Alphabet lernten die Erstklässler im ungeheizten Vorraum der Johanneskirche in Frohnau. Eine Mitteilungstafel der Kirchengemeinde diente als Schultafel, und auf die Genehmigung der „Evangelischen Einheitsschule Frohnau“ durchs zuständige Schulamt wartete man fast ein Jahr. So war das im September 1948, als die heutige Evangelische Schule Frohnau gegründet wurde.

Sechs Jahrzehnte später trafen sich Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemalige wieder in der Johanneskirche. Mit einem Dankgottesdienst gedachten sie am Sonnabend des 60-jährigen Bestehens ihrer Schule. Die Bläsergruppe musizierte, der Schulchor intonierte Gospels, und die Christen in der vollbesetzten Kirche beteten für das Sozialpraktikum, den Förderverein und die Eltern, die in der Cafeteria ehrenamtlich Brötchen schmieren.

Und obwohl die Evangelische Schule eine von wenigen Bildungseinrichtungen in Berlin ist, an denen man sogar im Abitur den Religionsunterricht wählen kann, rief Bischof Wolfgang Huber, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der Predigt zur Unterstützung des Volksbegehrens „Pro Reli“ auf, das sich für ein Wahlpflichtfach Religion an Berliner Schulen einsetzt. Denn auch Schüler an staatlichen Schulen sollten die „riesige Chance“ einer christlichen Grundorientierung erfahren können, die die Evangelische Schule biete: Im Religionsunterricht lernten die Schüler die „Stärke des Glaubens“ kennen. So, wie in ihrer Gründungszeit die Evangelische Schule die Blockade durchs Schulamt durchbrach, müsse man heute die Blockade des Religionsunterrichts durchbrechen. Weswegen der Bischof die „unverschämte Bitte“ an die Gemeinde richtete: „Machen Sie beim Volksbegehren mit, helfen Sie dabei, das Beste der Stadt zu suchen und falsche Entscheidungen demokratisch zu korrigieren!“ Und während sich nach dem Gottesdienst Generationen von Schülern und Lehrern auf den Weg zum Ehemaligentreffen in ihrem Schulgebäude machten, nahmen sich zumindest einige Gottesdienstbesucher den Appell zu Herzen. An einem Infostand unterschrieben sie für den Religionsunterricht. Benjamin Lassiwe

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