• SONNTAGS um zehn: Sprengelkiez feiert eine 100-Jährige Festgottesdienst in der evangelischen Osterkirche in Wedding

SONNTAGS um zehn : Sprengelkiez feiert eine 100-Jährige Festgottesdienst in der evangelischen Osterkirche in Wedding

Die Bläser, die gestern vor der Osterkirche in Wedding aufspielten, hatten wenig dankbares Publikum. Zu eklig war der Nieselregen, der den wie ausgestorben liegenden Sprengelkiez in trostloses Grau hüllte. „Da haben wir ja am Sonnabend Glück gehabt“, freuten sich die Kirchgänger, die eilig dem Festgottesdienst ihrer Kirche zustrebten. Vor dem evangelischen Gotteshaus in der Samoastraße war die Fahrbahn noch abgesperrt – tags zuvor hatte dort die Gemeinde mit einem Straßenfest den 100. Geburtstag der Osterkirche gefeiert.

An deren bewegte Geschichte erinnerte dann auch Antje Vollmer in ihrer Predigt. Die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin hatte dabei Heimvorteil – in den 70er Jahren ordinierte sie in dem Gotteshaus, das seit 100 Jahren mitten im Brennpunkt sozialer Konflikte unter einem Namen seine Türen öffnete, der den Sieg des Lebens verkündet – Ostern. „Ich lebe und ihr sollt auch leben“, hatte Jesus seinen Jüngern vor seinem Kreuztod tröstend gesagt. Wer darauf vertraut, feiert Ostern als den Sieg des Lebens über den Tod und erträgt so besser die eigene Dunkelheit des Lebens. Aus Jesu Verheißung, dass er uns nicht allein lässt, schöpfe man seit 100 Jahren in der Osterkirche Kraft und Hoffnung. Raum für Stille und Nachdenken biete sie – zuallererst und vor allem für die Bedürftigen. Jesu Worte definierten den Kampf um Gerechtigkeit neu. Gottes Gerechtigkeit bedürfe keiner Waffen, sagte Antje Vollmer. In der Osterkirche lasse sich das besser verstehen als in einem Palast, „und das ist auch gut so“. hema

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