Berlin : Sonntags um Zehn: Träumen im Bauch von Moby Dick

hema

Ein letztes Mal in diesem Jahr füllte sich gestern der Bauch der "Moby Dick" mit Besuchern eines Schiffsgottesdienstes. Die Saison 2001 ist bendet. Der nochmalige Andrang derer, die in freier Natur Gottes Wort hören wollten und die pünktlich mit dem kalendarischen Herbst eingetretenen kühleren Temperaturen ließen die Kirchgänger eng zusammenrücken. Ein Posaunenchor der Stadtmission blies mit kräftigen Tönen nach draußen und wies Nachzüglern am Kai den Weg zum Schiff, vorbei an zänkischen Möwen, watschelnden Enten und majestätischen Schwänen. Ein Hauch von Abschied hing über der malerischen Szenerie, in wenigen Wochen wird es hier einsam sein.

Mit dem Lied "Ich möchte, dass einer mit mir geht", stimmte Pastor Wilhelm Fingerhut aus der Stadtmissions-Gemeinde Pankow seine Zuhörer auf die Predigt ein. "Manchmal werden Träume wahr", behauptete er und brachte damit die Augen einer weißhaarigen Dame zum leuchten, bezog er sich doch damit auf die Märchenhochzeit des norwegischen Kronprinzen Haakon mit dem "Aschenputtel" Mette-Marit. "Wenn einen nur selbst jemand so liebte", wünschten sich da viele, "dass sie auch jemand mitnähme in eine andere Welt". Wie einem das mit Hilfe des Gottessohnes gelänge, erklärte der Pastor mit der Geschichte aus Markus 8. Die handelt von dem Blinden aus Bethsaida, den man an die Hand nahm und zu Jesus brachte. Der öffnete dem Schweigenden die Augen und wies ihm den Weg.

Wie die Liebe Haakons auch Mette-Marit den Weg aus ihrer Vergangenheit gewiesen habe, so weise uns Jesus den Weg zum Glauben. Wer noch nicht selbst für sich zu Gott sprechen könne, der möge andere bitten, dies für ihn zu tun. Vielleicht auch darum, ihn an die Hand und mitzunehmen - zum Gottesdienst oder einem Gesprächskreis - überall dorthin, wo man Jesus begegnen könne. Der könne zwar nicht alle Lebenssehnsüchte stillen, aber seine Liebe führe in die königliche Familie Gottes - ein Traum wird wahr. "Wer Jesus findet, der findet Freude", sagte der Pastor. Da stimmten alle gern mit Amen ein.

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