Berlin : Sony-Center: Schauen und shoppen - Ein kleiner Streifzug durch Sony-Town

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Am schönsten ist es an einem lauen Sommerabend: Die Stühle vor den beiden Restaurants "Lindenbräu" und "Alex" sind komplett besetzt. Durch die fünf Eingangs"tore" ins Forum des Sony-Centers strömen die Seh-Leute und lassen sich von der ungewöhnlichen Atmosphäre in diesem riesigen Atrium gefangen nehmen. Die meisten legen die Köpfe in den Nacken und bewundern die kühne Dachkonstruktion, dieses runde Gebilde aus Glas, Stahl und Stoff, das wie ein schräger Hut auf dem Ensemble sitzt, Schutz gebend, aber auch beunruhigend für jene, die sich heimlich fragen: Hält das? Mit gut 4000 Quadratmetern ist die lichtdurchflutete Arena ein für Berlin vollkommen neuartiger öffentlicher Platz und Raum, der in der Mitte von einem Wasserbecken dominiert wird, in dem es äußerst munter zugeht: Wir befinden uns auf dem Areal eines Elektronik-Riesen, ein Umstand, der schon durch die Wasser- und Lichtgestaltung des Brunnens deutlich werden soll: In unregelmäßigen, wahrscheinlich elektronisch gesteuerten Abständen hüpfen an den Rändern dicke Wassertropfen - von unten angestrahlt - wie goldene Kugeln in die Luft und fallen platschend ins Becken zurück. Dabei könnte man lange zusehen. Das ist, als wenn Schleierschwänze durchs Aquarium wedeln. Irgendwie beruhigend.

Aber ringsum gibt es noch andere Sehenswürdigkeiten, versteckt hinter Glas und Chrom. Und zu einem großen Teil, trotz der feierlichen "Grand Opening"-Zeremonie am Mittwochabend, noch gar nicht fertig, jedenfalls im Innenleben, zum Beispiel beim gläsernen Tower: Das vertikale Wahrzeichen, diese durchsichtige Schöpfung des Sony-Town-Architekten Helmut Jahn, wird gerade nach den Bedürfnissen des künftigen Nutzers innen ausgebaut - hier wohnt komplett die Deutsche Bahn AG zur Miete. Die oberen Etagen sind fast fertig und werden ab Montag bezogen. Der Vorstand regiert von der 22. bis zur 26. Etage.

Neben dem Glasturm an der Potsdamer Straße befindet sich das Filmhaus mit der Deutschen Film- und Fernsehakademie, die Sammlung der Erinnerungen an Marlene Dietrich, ein Filmmuseum mit der größten europäischen Filmbibliothek, der Deutschen Mediathek und das traditionsreiche Filmkunst-Kino "Arsenal". Direkt neben dem hübschen Café "Billy Wilder" hat die Berliner Niederlassung des Wiener Multimedia-Dienstleisters webfreetv.com zwei Etagen gemietet. Im Sommer wird es ein Internet-Café und ein gläsernes TV-Studio geben, bei dem jeder Besucher zuschauen kann, wie TV-Beiträge fürs Internet entstehen.

Film und Unterhaltung spielen auch im Cine-Star mit acht Kinos und einem Imax die Hauptrolle. In diesem Haus sorgt die "Music Box" für Furore: Amateur-Dirigenten können für einen Moment unsere Philharmoniker dirigieren, und nebenan, gegenüber dem Sitz der Sony-Europa-Zentrale, gibt es im Sony-Style-Store jene Hightech zu bewundern (und zu kaufen), die all die elektronischen Wunder in unserem Alltag überhaupt erst möglich macht ...

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