Berlin : Sony überrascht mit Umzugsplänen

Zieht die Deutschland-Zentrale von Köln nach Berlin? Profitieren könnte die Stadt auch von Plänen bei MTV und Sat1

K. Kurpjuweit,K. Füchsel

Gute Aussichten für den Medienstandort Berlin: Gleich drei Unternehmen denken darüber nach, ihre Präsenz in der Stadt zu verstärken. Dabei könnten mehrere hundert neue Arbeitsplätze entstehen. Die Deutschland-Zentrale von Sony soll nach Medienberichten von Köln nach Berlin umziehen, um am Rhein Kosten zu sparen. Gleichzeitig suchen die Musiksender MTV/Viva nach neuen Speichergebäuden am Osthafen, heißt es aus der Branche. Profitieren könnte Berlin auch durch die geplante Übernahme der Sendergruppe ProSieben/Sat1-Media durch den Springer-Verlag. In München wird befürchtet, dass ein Teil der Beschäftigten nach Berlin umziehen wird.

Sony Deutschland steckt in der Krise und muss sparen. Deshalb überlegt das Unternehmen, von Köln, wo die Räume gemietet sind, nach Berlin umzuziehen. Platz gäbe es genug. Im Berliner Sony Center sind diverse Büros frei geworden, seit „Sony Music“ nach der Fusion mit BMG zu großen Teilen nach München umgezogen ist. Auch die Deutsche Bahn erwägt immer noch, den Bahntower zu verlassen. Dann würde es ziemlich leer werden auf dem Sony-Areal.

Beschlossen ist noch nichts, aber: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir unsere Flächen effizient nutzen“, sagte Sony-Deutschlandchef Manfred Gerdes der „Financial Times Deutschland“. Seit fast einem Jahr gehört dem Konzern das gesamte Sony Center. Es ist der Sitz der Europa-Zentrale, für die bereits rund 120 Mitarbeiter am Potsdamer Platz arbeiten. Die Sony Produkte werden bislang noch von Köln aus vermarktet. Gerdes prüft neben neuen Marketingstrategien eben auch den Umzug nach Berlin. Rund 600 neue Jobs würde die Verlagerung Berlin bringen. Eine aktuelle Stellungnahme von Sony war gestern nicht zu erhalten.

Auch Christoph Lang, der Sprecher der Senatswirtschaftsverwaltung, wollte die Gerüchte um den Sony-Umzug nicht kommentieren. Vor nicht allzu langer Zeit hatte das Unternehmen noch über einen Rückzug aus Berlin nachgedacht, weil es keine Direktflüge nach Tokio gibt.

Derweil sucht MTV am Friedrichshainer Osthafen nach Expansionsmöglichkeiten. Vor eineinhalb Jahren war der Konzern in das Hafenareal am Spreeufer – direkt neben die Plattenfirma Universal Music – gezogen. Anfang 2005 übernahm die MTV-Mutterfirma auch Viacom und damit den Kölner Musiksender Viva, der jetzt ebenfalls samt Mitarbeitern nach Berlin ziehen soll.

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