Sorgen eines Mieters : Der Kampf mit Wildpinklern und der Hausverwaltung

Die Hausverwaltung macht mehr Flecken, anstatt sie zu entfernen und flickt alles ohnehin nur provisorisch. Eine Glosse.

Falk Steiner
Der ewige Kampf mit Wildpinklern und der Hausverwaltung
Der ewige Kampf mit Wildpinklern und der HausverwaltungFoto: AFP

Gerade möchte ich das Haus verlassen, da sehe ich: Jemand hat hinter die Haustür gepinkelt. Die Pfütze steht. Und stinkt. Sag ich, weil ich es weiß, denn es ist nicht zum ersten Mal, hier, im Hipster-Berlin unweit des Bugaboo-Flagship-Stores. Aber wofür hat man denn eine Hausverwaltung? Die, das legt der Name nahe, verwaltet das Haus. Und kann die Reinigung veranlassen.

Berlin ist eine Mieterstadt, heißt es immer wieder. Meine Vermieterin und ich verstehen uns ganz gut. Leider gehört ihr in dem Haus nur die eine Wohnung. Für alles außerhalb der Wohnung ist die Hausverwaltung zuständig. Der ich mitteile, wenn etwas im Hof kaputt ist, jemand in den Hausflur gepinkelt hat oder so. Das Schloss unserer Haustür schließt nicht recht. Also, es schloss schon mal nicht recht, wurde repariert. Eher: geflickt. So richtig reparieren lässt die Hausverwaltung nichts. So richtig reinigen auch nicht. So richtig freundlich ist sie auch nicht.

Salz und Urin

Dafür gibt sie wertvolle Tipps: Meine Mitbewohner könnten dem Hauspinkler ja die Tür geöffnet haben, teilt sie mit. Weil die gar nicht immer darauf achten würden, ob sich hinter dem Ruf „Post“ auch der Postbote verberge, ob der Mensch dann wieder das Haus verlasse. Wir haben zwei Ferienwohnungen und eine Zahnarztpraxis im Haus, die achten da sicher sehr drauf. Und ob jemand das Haus verlässt, könnte beim besten Willen aus dem Quergebäude schon gar keiner nachvollziehen. Super Hinweis.

Doch eigentlich kann ich mich glücklich schätzen. Gleich um die Ecke hatte ein Haus das Pech, zu den anderen 21.000 Wohnungen im „Ankaufprofil“ der Investoren-Eigentümer zu passen. Die haben einen eigenen Reparaturservice. Jemand hat einen Zettel ans Klingelschild geklebt: Kaputt. Ich laufe täglich dran vorbei. Seit ein paar Tagen hängt dort ein zweiter Zettel: schon Mitte September wird die Klingelanlage repariert.

Meine Hausverwaltung hat auf den Hauspinkler zeitnah reagiert und den Reinigungsservice in Gang gesetzt. Der hat sich im Flur umgeguckt – und zielsicher einen uralten Fleck mit knatschrotem Salz bestreut. Jetzt haben wir zwei Flecken im Hauseingang, einer vom Urin, einer vom Salz. Aber die Klingel funktioniert noch.

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