Berlin : Sozialverbände warnen vor Kürzungen Berliner Aktionstag zu Kinder- und Jugendhilfe

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Mit einem berlinweiten Aktionstag protestieren die LigaSpitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege am 29. September gegen die geplanten Kürzungen bei der Kinder- und Jugendhilfe. Mehr als 100 Einrichtungen und gemeinnützige Träger laden ab 12 Uhr zum Tag der offenen Tür, sagt Elfi Witten, Sprecherin der Liga und der Kampagne „Berlin bleibt sozial“. Dazu gehören Heime, Eltern-Beratungsstellen und Streetworkprojekte.

Die Situation in der Kinder- und Jugendhilfe war erst vor kurzem heftig öffentlich debattiert worden, als der Jugendliche Ken M. (Name geändert) den siebenjährigen Christian in Zehlendorf ermordete. M. war bekannt als Gewalttäter, trotzdem wurde nicht wirksam eingegriffen.

Ab 15 Uhr wollen Beschäftigte und Klienten morgen vor den Rathäusern informieren. Die Mitarbeiterinnen des Mädchennotdienstes Wildwasser ziehen zum Bezirksamt in der Frankfurter Allee. Am Rathaus Neukölln wollen Jugendliche rappend und tanzend gegen die geplante Kürzung der Hilfen zur Erziehung im Doppelhaushalt 2006/2007 um 33 Millionen Euro protestieren. Sollten die Planungen realisiert werden, hätte Berlins Hilfesystem für Familien, Kinder und Jugendliche innerhalb von fünf Jahren mit 161 Millionen Euro fast 40 Prozent seiner Mittel eingebüßt. Das könne Berlin nicht verkraften; in keiner anderen deutschen Großstadt gebe es so viele arme Familien und Alleinerziehende. Die Arbeitslosenquote liege doppelt so hoch wie in Hamburg. Zudem gebe es rund 22 000 psychisch schwerkranke Eltern. In den vergangenen fünf Jahren mussten die Träger 1600 Stellen einsparen, jetzt seien 800 Arbeitsplätze bedroht.kög

Mehr zum Aktionstag im Internet:

www.ligaberlin.de

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