Berlin : Späte Ehrung für James Simon

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Ein großes , aus der Wand heraustretendes Relief belebt seit Freitag den Eingangsbereich der baden-württembergischen Landesvertretung am Tiergarten: kein Schwabe, ein Berliner – der Sammler, Mäzen und Philantroph James Simon, der an diesem Platz von 1886 bis 1927 wohnte. Großer Aufzug zur Enthüllung der Plastik von Johannes Grützke, einfühlsame Ansprachen: Hausherr Wolfgang Reinhart, Bevollmächtigter des Landes beim Bund und Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der staatlichen Museen, der ägyptische Botschafter, Mohamed Al-Orabi, und Tim Simon, der Ururneffe des jüdischen Mäzens, extra wegen des Anlasses mit Familie aus den USA nach Berlin gekommen. Die Enthüllung nahmen der Minister und die Hamburgische Kultursenatorin Karin von Welck vor, deren Mutter noch als Mädchen mit dem greisen Simon, ihrem „alten Herrchen“, im Tiergarten spazieren gegangen war. Allgemeine Bewegung über die späte Ehrung eines Mannes, der durch seine Großzügigkeit den Berliner Museen zur Weltgeltung verholfen hat – und Beifall für den Minister aus Stuttgart, der sein Unverständnis für die Weigerung des Bezirks bekundete, Simon mit einer Straßen-Benennung zu ehren, weil Frauennamen Vorrang haben sollen. Rdh.

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