Berlin : Späte Hoffnung

Nach dem Sieg über Paderborn glauben Lichterfeldes Basketballer wieder an den Klassenerhalt

Benedikt Voigt

Es ist Andreas Martin in den vergangenen Monaten nicht leicht gefallen, über Basketballspiele des TuS Lichterfelde zu sprechen. Der Trainer des abstiegsbedrohten Zweitligisten hatte zumeist Niederlagen rechtfertigen müssen, die Frage nach dem Spiel vom vergangenen Samstag ruft bei Andreas Martin jedoch ein Grinsen hervor. „Darüber rede ich gerne.“

Drei Sekunden standen noch auf der Spieluhr, als der TuS Lichterfelde beim Stand von 90:91 einen Einwurf an der Grundlinie zugesprochen bekam. Raed Mostafa passte den Ball zu Heiko Schaffartzik und der Aufbauspieler warf den Ball im Zurückfallen aus vier Metern Entfernung – in den Korb. Es war die Entscheidung: 92:91 (39:40) gewannen die Berliner Spieler das hart umkämpfte Heimspiel vor 300 Zuschauern gegen den Tabellenfünften Paderborn und schöpfen nun neue Hoffnung auf den Klassenerhalt. „Wenn wir noch ein Spiel gewinnen, sehe ich sehr, sehr gute Chancen drinzubleiben“, sagt Trainer Andreas Martin.

Zwei Spieltage vor dem Saisonende belegt der TuS Lichterfelde zwar punktgleich mit Grevenbroich und Hagen den vorletzten Rang in der Zweiten Bundesliga. Es ist ein Abstiegsplatz. Doch auch Wolfenbüttel und Braunschweig, das zu Saisonende vier Punkte abgezogen bekommt, befinden sich in Reichweite. Lichterfelde spielt noch am kommenden Samstag (19 Uhr, Osdorfer Straße 53) gegen den Tabellenvierten Düsseldorf. Eine Woche später endet eine turbulente Saison für Lichterfelde mit dem Auswärtsspiel in Bremen. „Ich bin optimistisch, dass wir die Klasse halten können“ sagt Martin. Zumal es passieren könnte, dass nur ein Verein aus der Zweiten Bundesliga in die Regionalliga absteigen muss. Der insolvente Erstligaklub Brandt Hagen wird womöglich im nächsten Jahr in der Regionalliga antreten müssen. Auch über das Schicksal des Mitteldeutschen BC herrscht noch Unklarheit.

„Für mich persönlich ist es eine sehr, sehr harte Saison“, sagt Martin. Gegen Paderborn konnte er erstmals die Bestbesetzung aufbieten. Guido Grünheid (9 Punkte, 5 Rebounds) kehrte nach seiner Kreuzbandverletzung zurück. Auch Heiko Schaffartzik (22 Punkte) ist lange Zeit verletzt ausgefallen. Allerdings hatte Lichterfelde auch Glück, dass Frank Müller und Jimmy James im Frühjahr nach Berlin zurückkehrten.

Für die nächste Spielzeit wird Henrik Rödl als neuer Trainer des Zweitligisten gehandelt. Martin würde eine Zusammenarbeit mit dem langjährigen Nationalspieler begrüßen. „Es gibt genug Arbeit“, sagt der aktuelle Coach und ergänzt: „In der Zweiten Liga.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben