Berlin : Späte Sühne: Überfall auf Kind vor Gericht

Die Wahrheit kam doch noch ans Licht: Elf Jahre nach einem brutalen Überfall auf ein achtjähriges Mädchen wird ihrem Peiniger seit gestern der Prozess gemacht. Dem 28-jährigen Fabian G. wird versuchter Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs und sexueller Missbrauch eines Kindes vorgeworfen. Sein Mandant sei „im Grunde geständig", sagte der Verteidiger am Rande des nicht öffentlichen Prozesses. Er habe aber nicht mit Tötungsabsicht gehandelt. Nach der Tat sei er allerdings davon ausgegangen, dass das Mädchen tot ist.

Das Verbrechen geschah am 25. Juni 1996 im Treppenhaus eines Hochhauses in der Straße der Pariser Kommune in Friedrichshain. Im 21. Stock soll der damals 17-jährige G. das Mädchen zu Boden geworfen und sexuell berührt haben. Als sie sich verzweifelt wehrte, habe er sie massiv geschlagen und gewürgt. Anwohner hatten das schwer verletzte Kind gefunden. Vom Täter fehlte jahrelang jede Spur.

Es war die Ehefrau des Angeklagten, die das Verfahren schließlich ins Rollen brachte. Ihr hatte der Hilfsarbeiter die Tat offenbart. Im Prozess lege G. „großen Wert" darauf, dass das heute 19-jährige Opfer nicht aussagen muss, sagte der Anwalt. Das Urteil wird voraussichtlich am 17. September verkündet. K. G.

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