Spandau : Anzeige wegen falscher Traueranzeige

Ärger bei den Grauen: Als ein Mitglied der Senioren-Partei zur FDP wechselte, schalteten ehemalige Fraktionskollegen eine Traueranzeige. Der Abtrünnige hat sie nun angezeigt.

Diese Traueranzeige hat ein juristisches Nachspiel. Der Spandauer Bezirksverordnete Siegfried Gunder hat Strafanzeige wegen Beleidigung und übler Nachrede gegen seine ehemaligen Fraktionskollegen von den Grauen erstattet. Diese hatten am Sonntag in einer Tageszeitung eine Traueranzeige für den Kommunalpolitiker veröffentlicht, nachdem Gunder vor wenigen Tagen zur FDP gewechselt war. In der vom bisherigen Fraktionschef der Grauen, Klaus-Dieter Trautmann, und seinem Stellvertreter Dieter Noelte unterzeichneten Anzeige heißt es, der 58-jährige Politiker „schied völlig unerwartet aus unserem Leben“.

Bisher bildete in der Bezirksverordnetenversammlung eine Zählgemeinschaft aus CDU, FDP und Grauen die Mehrheit. Nach dem Wechsel von Gunder kann die schwarz-gelbe Koalition allein bestimmen. Durch die Reduzierung auf nur noch zwei Verordnete haben die Grauen in der BVV den Fraktionsstatus verloren und gelten nur noch als Gruppe.

Der Bezirksverordneten-Vorsteher Jürgen Vogt (CDU) will den Vorgang jetzt mit den Fraktionsvorsitzenden erörtern. Möglicherweise werde es eine Sondersitzung des Ältestenrates geben. Vogt will auch prüfen lassen, ob die Traueranzeige aus Fraktionsmitteln bezahlt wurde. „Ich verstehe den ganzen Wirbel nicht“, erklärte Trautmann. „Wir haben mit keiner Silbe erklärt, dass er tot ist, aber aus unserem Leben ist er gegangen“. du-

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