Berlin : Spandau-Arcaden: Bauherren suchen Interessenten für andere Nutzung

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Die Pläne für ein Multiplexkino in den Spandau-Arcaden haben sich endgültig zerschlagen. Die Bauherren des Handels- und Dienstleistungszentrums suchen bereits nach anderen Nutzungen. Da die neuen Planungen bereits viel Zeit gekostet haben, soll nun schneller gebaut werden. Am 1. November 2001 soll das 300-Millionen-Mark-Projekt auf jeden Fall vollendet sein. Über mögliche Schadensersatzforderungen gegenüber dem Kinobetreiber wollte man gestern beim Investor MFI nichts sagen.

Wie berichtet, hatte die Berliner Central-Film einen Mietvertrag mit 15-jähriger Laufzeit unterzeichnet. Doch nach Angaben der Firma waren die Banken inzwischen skeptisch geworden. Große Kinovorhaben ließen sich kaum noch finanzieren. Bei der Essener Management für Immobilien GmbH, von der die Spandau-Arcaden gemeinsam mit der Bayerischen Landesbank errichtet werden, drängte man nun darauf, die Pacht zu senken oder die Ausbaukosten zu übernehmen.

MFI-Projektleiter Alwin Lindemann bezeichnete den Vorschlag als "unseriös und unsittlich". Die Positionen seien so weit voneinander entfernt, dass keine Aussicht auf eine Annäherung bestehe. Central-Film-Geschäftsführer Peter Sundarp sagte, es habe keine Rücksprache des Investors, sondern lediglich die Androhung von Schadensersatzforderungen durch einen Anwalt gegeben. Von der ablehnenden Haltung der MFI habe man nur durch die Presse erfahren. "Damit ist die Sache für uns erledigt".

Die Vermietungsabteilung denke jetzt über Alternativen nach, sagte Lindemann. Man sei mit Interessenten im Gespräch. Ein Bowlingcenter oder andere Freizeitangebote wären genauso denkbar wie Büro- oder Lagerflächen. Durch eine erneute Berechnung der Gesamtverkaufsfläche werde auch die Möglichkeit weiterer Läden geprüft, doch sei die Wahrscheinlichkeit "eher gering". Laut städtebaulichem Vertrag ist der Einzelhandel auf 33 000 Quadratmeter begrenzt.

Am äußeren Erscheinungsbild der Spandau-Arcaden werde sich nichts ändern, betont der Projektleiter. Es sei nicht mehr möglich, den weit fortgeschrittenen Bauablauf zu korrigieren. Die Umgestaltung der Innenflächen verursache erhebliche Mehrkosten, man versuche, den Schaden so gering wie möglich zu halten. "Wir haben kein Interesse, das Thema eskalieren zu lassen."

Am Sonnabend will sich die MFI zwischen 11 und 14 Uhr mit einem Nachbarschaftsfest an der Klosterstraße bei den Anliegern bedanken, "die viel Geduld und Verständnis für Staub und Baulärm aufgebracht haben". Zehn Gruppen und Vereine erhalten Gelegenheit, in bunten Farben am Bauzaun zu werben. Die Aktion soll am 9. September und 7. Oktober wiederholt werden.

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