Berlin : Spandau: Bundesamt missachtete Naturschutz

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Missachtung des Naturschutzes wirft das Bezirksamt Spandau der Bundesforstverwaltung vor. Im Randstreifen zwischen dem ehemaligen Schießplatz der Briten und der Potsdamer Chaussee sind mehrere hundert Bäume nach Beginn der Austriebs- und Nistperiode gefällt worden, bestätigte Baustadtrat Carsten-Michael Röding (CDU) auf Anfrage des Grünen-Bezirksverordneten Ernst John. Das Naturschutz- und Grünflächenamt des Bezirks hält die Aktion für "bedenklich".

Als "unsensibel" bezeichnete die Leiterin der Spandauer Naturschutzbehörde, Elke Hube, das Vorgehen der Bundesförster. Nach dem Landesgesetz sind Beschnitt und Fällen von Bäumen von März bis Oktober verboten. Der Streifen liegt zwar in einem Landschaftsschutzgebiet, ist rechtlich aber als Wald eingestuft. Obwohl das Verbot nicht für forstwirtschaftliche Arbeiten gilt, will Stadtrat Röding die rechtlichen Möglichkeiten des Bezirks gegenüber dem Bundesamt prüfen und ausschöpfen.

Das Waldstück war bisher von den Berliner Forsten mitbetreut worden. Dort werden Bäume während der Vogelbrutzeit von April bis Juni nur dann gefällt, wenn Gefahr im Verzug ist. Weil man sich noch um den Besitz streitet und Berlin nicht für die teure Verkehrssicherung aufkommen wollte - zahlreiche morsche Kiefern drohten umzustürzen - übernahm das Bundesforstamt das Areal kürzlich in eigene Regie. Das Fällen dieser Bäume allein hätte 50 000 Mark gekostet, heißt es dort. Durch die Kombination mit einer forstwirtschaftlichen Maßnahme seien etwa 30 000 Mark an Steuergeldern eingespart worden. Als Ausgleich erhalte die beauftragte Firma das zusätzlich gefällte Nutzholz zum Selbstkostenpreis. Zeit zu der vom Naturschutzamt geforderten Kontrolle jedes einzelnen Baumes auf Vogelnester und Bruthöhlen habe aus Kostengründen nicht bestanden.

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