Spandau : Großbrand im Siemenswerk – nach zwei Stunden gelöscht

Auf dem Spandauer Werksgelände ist eine zweistöckige Halle für Metallverarbeitung in Brand geraten. 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Zwei Feuerwehrleute mussten ins Krankenhaus.

Florian Ernst
275798_0_a5893db3.jpg
Rauchschwaden stiegen über dem Spandauer Siemenswerk auf. Foto: Bodo Schulz

Braune Rauchschwaden stiegen am Dienstagnachmittag über dem Siemenswerksgelände an der Nonnendammallee in Spandau auf. Siemensmitarbeiter in Arbeitsanzügen strömten aus den Gebäuden und versammelten sich am Werkstor an der U-Bahnstation Rohrdamm. Immer wieder fuhren Feuerwehrfahrzeuge auf das Betriebsgelände.

Etwa gegen 12.30 Uhr war in einer zweistöckigen Halle der Galvanik-Abteilung des Schaltwerks ein Brand ausgebrochen. In der Abteilung wird Metall beschichtet. Der Hauptbrandherd sei ein Ölbad, in dem Metallteile gereinigt werden, sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer. Was genau den Brand ausgelöst hatte, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Gegen 14 Uhr waren insgesamt 100 Feuerwehrmänner im Einsatz. In die Ermittlungen der Brandursache schaltete sich auch das Landeskriminalamt ein.

Bereits kurz nachdem das Feuer ausgebrochen war, waren rund 1000 Mitarbeiter aus den betroffenen Werksteilen evakuiert worden, sagte Siemenssprecher Harald Prokosch gestern. „Verletzt wurde zum Glück niemand“. Es bestehe keine Gefahr für die Beschäftigten oder Menschen in der Umgebung des Werks.

Während die Löscharbeiten noch andauerten verließen immer mehr Siemensmitarbeiter das Werksgelände Richtung U-Bahnstation Rohrdamm. Dabei wurden fleißig Gerüchte darüber ausgetauscht, was genau vorgefallen war. Von zehn Meter hohen Stichflammen und von austretenden Gasen war die Rede. Unklar blieb jedoch, ob die jeweiligen Mitarbeiter wirklich etwas gesehen hatten.

Der Brand spielte sich zunächst im Inneren der Halle ab, sagte Feuerwehrsprecher Fleischer. Bis die Einsatzkräfte eintrafen, sei aber auch das Dach durchgebrannt gewesen. Da der Ort für die Rettungskräfte schwer zugänglich war, bekämpften die Rettungskräfte das Feuer von außen sowie über Leitern von oben. Wegen des Öls sei Löschschaum statt Wasser eingesetzt worden, sagte Fleischer. Mehrere Messfahrzeuge der Feuerwehr überprüften zudem ständig, ob giftige Gase aus dem Gebäude austraten. In der betroffenen Halle lagerten laut Feuerwehr Säuren und Laugen. Das Werk ist nach Unternehmensangaben das größte Schaltgerätewerk der Welt. Dort werden Schalt-, Steuer- und Regelsysteme für Anlagen der Nieder- und Hochspannungen produziert.

Gegen 14.30 Uhr stiegen keine neuen Rauchschwaden mehr auf, um 14.45 hatten die Rettungskräfte den Brand endgültig gelöscht. Dabei gelang es ihnen zu verhindern, dass sich der Brand von dem betroffenen Gebäude auf weitere Teile des Geländes ausbreitete. Die Messfahrzeuge hatten bis zuletzt keine gefährlichen Gaskonzentrationen gemessen, sagte Siemenssprecher Prokosch. Eine weitere Gefahr für Mitarbeiter und Anwohner habe es deshalb nicht gegeben. Auch Umweltschäden seien nicht zu befürchten.

Zwei Feuerwehrmänner mussten ins Krankenhaus, weil sie durch Brandgase Hautreizungen an den Beinen hatten. Wie hoch der entstandene Schaden ist, konnte der Siemenssprecher bis zum frühen Abend noch nicht sagen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar