Berlin : Spandau: Kein einziges Kind will für einen Tag Bürgermeister spielen

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Angesichts von Bankenskandal und Haushaltskrise scheint sich wenige Wochen vor den Berliner Neuwahlen Politikverdrossenheit sogar schon in zukünftigen Wählerschichten breit zu machen. Vergeblich suchte Spandaus Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU) jetzt "drei bis sechs" Jugendliche, die zumindest für viereinhalb Stunden mit ihm zusammen den Bezirk regieren sollten. Mangels Nachfrage musste der "Kinderbürgermeistertag" abgesagt werden. Nur ein Interessent hatte sich gemeldet.

Weder die Teilnahme an einer "Sondersitzung" des Bezirksamtes noch die Möglichkeit, den Bürgermeister zu einem "wichtigen Außentermin" zu begleiten, haben das Polit-Interesse der Spandauer Jugendlichen wecken können. Daran konnte auch das in Aussicht gestellte, abschließende "Arbeitsessen" nicht ändern. Die Verwaltung im Rathaus hatte man mit mehr Resonanz gerechnet und für den Fall großen Bewerberansturms bereits einen Losentscheid angekündigt. Vergeblich bemühten sich die Mitarbeiter von Birkholz, den publicityträchtigen Termin zu retten. Auch der Versuch der Zwangsverpflichtung des eigenen Nachwuchses scheiterte. Selbst im Verwandten- und Bekanntenkreis konnten sie keinen Jugendlichen überreden, dem Bürgermeister zu assistieren. Entsprechende Versuche "schlugen bedauerlicherweise fehl", räumte Pressesprecher Lars-Peter Neunherz-Marx offen ein. Mit dem einzigen Kandidaten will Birkholz jetzt wenigstens den Rathausturm besteigen. Und vielleicht die Gelegenheit nutzen, um nach den Nachwuchswählern Ausschau zu halten.

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