Berlin : Spandau lockt Investoren: Ein Jahr im Amt: Berlins jüngster Stadtrat zieht Bilanz

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"Es macht mir immer noch Spaß, ich bereue meine Entscheidung nicht", sagt Carsten Röding. Vor einem Jahr verzichtete der Christdemokrat auf sein Abgeordnetenhausmandat und wurde Berlins jüngster Stadtrat. In Spandau ist der 28-jährige für Bauen, Planen und Umweltschutz verantwortlich. Die fehlenden Mittel zur Unterhaltung von Gebäuden sind das größte Problem des Kommunalpolitikers. Schäden, die heute nicht beseitigt werden, kommen in fünf bis zehn Jahren doppelt so teuer, prognostiziert der Stadtrat. Zwar hat man durch Überschüsse aus der Parkraumbewirtschaftung und Einsparungen die Mittel für die Straßeninstandsetzung auf knapp fünf Millionen Mark verdoppeln können, doch diese Summe reiche nur, um zehn Jahre nach der Vereinigung endlich die Straßen im nach Spandau zurückgemeindeten Weststaaken provisorisch zu befestigen; 60 Millionen Mark würde ein ordentlicher Straßenbau kosten. Daher fordert Röding Unterstützung von Senat und Wasserbetrieben.

Seine erste Amtshandlung war vor einem Jahr die Grundsteinlegung für das Kladower Ortsteilzentrum. Am 1. Dezember wird es eröffnet. Mit den Spandau-Arcaden geht ein weiteres Großprojekt seiner Vollendung entgegen. Der Bebauungsplan für die in Siemensstadt geplante Berlin-Arena ist in der Zeit. Der Zeppelin-Gewerbepark in Staaken wird im kommenden Jahr weiterentwickelt, mit dem Bau des Instrumentenmuseums in Kladow soll begonnen werden. Und trotz schleppendem Absatz der Wohnungen in der Wasserstadt und in der Landstadt Gatow bleibt Spandau ein Zuzugsbezirk. In Kürze wird mit dem Bau der ersten Häuser im Quartier Haveleck begonnen, auf dem ehemaligen Grenzstreifen entsteht das Staakener Mühlenviertel mit 110 Wohneinheiten. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits 731 Baugenehmigungen für 502 Wohneinheiten und 63 000 Quadratmeter Gewerbefläche erteilt, was rund tausend Arbeitsplätzen entspricht. Der Bezirk gibt sich investorenfreundlich: Die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Baugenehmigungen von 33 Tagen soll weiter sinken.

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