Berlin : Spandau: Sommerlicher Streit um den lukrativen Weihnachtsmarkt

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Zum Beginn der Sommerferien denken Spandaus Kommunalpolitiker an Weihnachten. "Alles wird gut" hatte Kulturstadtrat Gerhard Hanke (CDU) noch im April frohlockt, doch mit der Ankündigung der Vergabe des diesjährigen Weihnachtsmarktes an die "Partner für Spandau GmbH" war man etwas vorschnell. Denn erneut kämpfen die "Partner" als Konkurrenten um den flächenmäßig größten Budenzauber Deutschlands.

"Wer den Weihnachtsmarkt bekommt, der hat die finanzielle Hoheit im Bezirk", sagt Andreas Joslyn. Er ist seit Jahresbeginn Chef des örtlichen Karstadt-Kaufhauses und versucht, die zerstrittenen Wirtschaftsverbände wenigstens für Einzelaktionen zu einen.

Durch die Gewinne des Weihnachtsmarkts werden andere Veranstaltungen ermöglicht, die der Bezirk selbst nicht finanzieren kann. Dazu muss sich der Veranstalter verpflichten, dennoch gilt der vierwöchige Markt auch für die Organisatoren als lukrativ. Jahrzehntelang war die Arbeitsgemeinschaft Altstadt am Ruder, dann häufte sich die Kritik am eingefahrenen Konzept und am undurchsichtigen Finanzgebaren. Der konkurrierende Wirtschaftshof trat auf den Plan. Im Rathaus wurde als Kompromiss beschlossen, dass beide Kontrahenten ihre Ideen in einer gemeinsamen Veranstaltungsfirma bündeln sollen.

Indessen ist die Arbeitsgemeinschaft Altstadt den "Partnern für Spandau" noch immer nicht beigetreten. Jetzt haben erneut beide Kontrahenten einen Antrag für den Weihnachtsmarkt gestellt.

Bis Ende des Monats werde nach objektiven Gesichtspunkten entschieden, wer den Zuschlag erhält, so der für die Straßenlandnutzung zuständige Baustadtrat Carsten Röding (CDU). Vom nächsten Jahr an sollte eigentlich alles klar sein. Im Glauben an eine Einigung hatte das Bezirksamt den Weihnachtsmarkt ab 2002 auf fünf Jahre an die "Partner für Spandau" vergeben. Kommt es nicht zur angestrebten Partnerschaft, könnte das friedliche Fest ein Streitfall für die Gerichte werden.

Andreas Joslyn kann die Animositäten der Spandauer nicht verstehen. In anderen Städten hätten konkurrierende Organisationen längst erkannt, "dass sich alle auflösen müssen, um etwas Neues zu starten".

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